Shell-Aktie: Ölhandel glänzt, Gasproduktion schwächelt!

Der Energiekonzern Shell erwartet starke Ergebnisse im Ölhandel, muss jedoch die Prognose für die Gasproduktion aufgrund geopolitischer Spannungen senken.

Auf einen Blick:
  • Handelsgeschäft mit Öl deutlich stärker als im Vorquartal
  • Gasproduktion wegen Nahost-Konflikt unter Erwartungen
  • Brent-Rohöl kletterte nach Iran-Spannungen auf 120 Dollar
  • Gemischtes Bild: Stärke im Trading, Schwäche bei Volumina

Shell hat am Mittwoch einen Ausblick auf das erste Quartal gegeben, der ein zwiespältiges Bild zeichnet. Während das Handelsgeschäft mit Öl kräftig zulegte, musste der britische Energiekonzern seine Erwartungen für die Produktion von integriertem Gas nach unten korrigieren. Die Entwicklungen im Nahen Osten spielen dabei eine zentrale Rolle.

Das Unternehmen erwartet im Segment Chemikalien und Produkte, das auch den Ölhandel umfasst, „deutlich höhere“ Ergebnisse als im vorangegangenen Quartal. Auch die Sparte Marketing dürfte ähnlich positive Zahlen liefern. Diese Stärke im Handelsgeschäft könnte die Schwächen an anderer Stelle zumindest teilweise ausgleichen.

Gasproduktion leidet unter Nahost-Spannungen

Bei der Produktion von integriertem Gas rechnet Shell nun mit 880.000 bis 920.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Das liegt deutlich unter der bisherigen Prognose von 920.000 bis 980.000 Barrel. Im vierten Quartal 2024 hatte Shell noch 948.000 Barrel täglich gefördert. Der Konzern führt die Kürzung auf die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf die Volumina aus Katar zurück.

Die geopolitischen Spannungen haben die Energiemärkte in Bewegung gebracht. Nach den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran, die zu Störungen in der Straße von Hormus führten, kletterte der Preis für Brent-Rohöl auf knapp 120 Dollar pro Barrel. Solche Preisspitzen könnten den großen Ölkonzernen Milliardengewinne bescheren.

Shell Plc Aktie Chart

Zwei Seiten einer Medaille

Für Shell ergibt sich daraus eine ambivalente Situation. Einerseits profitiert das Unternehmen von höheren Ölpreisen und einem starken Handelsgeschäft. Andererseits belasten die reduzierten Produktionsmengen aus einer wichtigen Region die Volumenbilanz. Das Handelsgeschäft kann volatile Marktphasen nutzen, doch die physische Produktion bleibt das Rückgrat des Geschäftsmodells.

Wie nachhaltig die Stärke im Trading ist und wie lange die Produktionseinschränkungen in Katar andauern werden, bleibt abzuwarten. Anleger sollten im Blick behalten, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt und welche konkreten Zahlen Shell bei der vollständigen Quartalsbilanz vorlegt.

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