SGL Carbon Aktie: Jefferies bleibt trotz Auftrag bei Hold

Symbolbild, KI-generiert

Der Folgeauftrag über rund 90 Millionen US-Dollar vertieft die Zusammenarbeit, ändert Jefferies’ Einschätzung und Kursziel jedoch nicht.

Auf einen Blick:
  • Jefferies bestätigt Hold und 5,50 Euro
  • X-energy bestellt Nukleargraphit für rund 90 Millionen US-Dollar
  • Produktionsbeginn der Graphitblöcke Ende 2026 geplant
  • SGL-Carbon-Aktie verliert am Berichtstag 7,5 Prozent

Jefferies hält nach dem neuen Nukleargraphit-Auftrag an seiner neutralen Einschätzung für SGL Carbon fest. Analyst Henrik Paganetty bestätigte heute die Einstufung „Hold“ und das Kursziel von 5,50 Euro. Der Folgeauftrag von X-energy stärkt damit die industrielle Zusammenarbeit, führt bei dem Analysehaus aber nicht zu einer Kaufempfehlung.

Langfristige Vereinbarung wird mit Aufträgen unterlegt

Paganetty verweist auf den zweiten Auftrag des US-Unternehmens für Nukleargraphit. SGL Carbon hatte die Bestellung gestern bekannt gegeben. Ihr Wert liegt bei rund 90 Mio. US-Dollar.

Für Anleger ist vor allem der Charakter als Folgegeschäft relevant: Die Zusammenarbeit bleibt nicht bei einer langfristigen Vereinbarung stehen, sondern wird durch weitere konkrete Bestellungen unterlegt. Zugleich unterscheidet Jefferies zwischen der operativen Nachricht und der Bewertung der Aktie.

Der neue Auftrag ist der zweite innerhalb der zehnjährigen Vereinbarung, die beide Unternehmen im Januar 2026 geschlossen haben. Bestellt wurde NBG-18-Nukleargraphit für die Xe-100-Reaktoren von X-energy.

Die Partnerschaft hat bereits die Lieferphase erreicht. Erste Graphitkomponenten für das gemeinsame Projekt von X-energy und Dow in Seadrift, Texas, wurden ausgeliefert. Der neue Auftrag knüpft somit an eine bestehende industrielle Zusammenarbeit an.

Die Produktion der neu bestellten Graphitblöcke soll Ende 2026 beginnen. Im August 2026 vereinbarten die Partner zudem den Ausbau der Graphitproduktion in Chedde in Frankreich sowie der Bearbeitung in St. Marys in den USA.

Damit betrifft die Kooperation sowohl die Herstellung als auch die anschließende Bearbeitung des Materials. Der angekündigte Produktionsbeginn bildet den nächsten konkreten Terminanker für die Umsetzung des Folgeauftrags.

Wachstumsperspektive trifft auf vorsichtige Bewertung

Die Bestellung fügt sich in die längerfristigen Wachstumsambitionen von SGL Carbon ein. Medienberichten zufolge strebt der Vorstandsvorsitzende für 2030 einen Konzernumsatz von 1 Mrd. Euro an.

Der Auftrag liefert dafür einen konkreten geschäftlichen Anknüpfungspunkt. Sein Bestellwert ist allerdings von künftig ausgewiesenen Umsätzen zu unterscheiden: Der Produktionsstart steht noch bevor. Aus dem Auftragseingang wird damit erst im weiteren Verlauf operatives Geschäft.

Als Ausgangsbasis meldete SGL Carbon für 2025 einen Konzernumsatz von 850 Mio. Euro. Die langfristige Zielsetzung und das neue Nukleargraphit-Geschäft stehen damit nebeneinander, ohne dass der Folgeauftrag allein das Wachstumsziel erklärt.

An der Börse überzeugt die Nachricht heute nicht: Die Aktie verliert -7,5%. Eine Ursache für diesen Rückgang lässt sich daraus nicht ableiten. Die zentrale Einordnung bleibt vielmehr das unveränderte Jefferies-Urteil: Der Auftrag konkretisiert die Zusammenarbeit mit X-energy, reicht dem Analysehaus aber nicht für eine positivere Empfehlung.

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