Der Carbonhersteller steigt außer der Reihe in den SDax auf. Auslöser ist nicht die eigene Stärke, sondern der Abgang eines anderen Index-Mitglieds: Wüstenrot & Württembergische (W&W) verlässt den Kleinwerteindex.
Warum W&W weichen muss
Der Finanzkonzern hatte beantragt, seine Aktien vom regulierten Markt in den Freiverkehr zu verlegen. Konkret geht es um das Segment Scale. Das Unternehmen begründete den Schritt mit deutlich geringerem regulatorischem und administrativem Aufwand. Damit erfüllt W&W die Mindestanforderungen für ein Listing im SDax nicht mehr.
Der Indexbetreiber Stoxx gab die Änderung am Freitag bekannt. Sie wird zum Handelsbeginn am Dienstag, dem 6. Oktober, wirksam. SGL Carbon rückt dann nach.
Was der Indexwechsel bedeutet
Ein Aufstieg in den SDax bringt in der Regel mehr Aufmerksamkeit. Indexfonds und andere passive Produkte, die den Kleinwerteindex abbilden, müssen die Aktie dann in ihre Portfolios aufnehmen. Das kann zusätzliche Nachfrage erzeugen, zumindest rund um den Stichtag. Wie stark dieser Effekt ausfällt, lässt sich vorab nicht verlässlich beziffern.
An der Börse reagierte die Aktie am Morgen moderat. Auf Tradegate lag sie zuletzt gut ein Prozent im Plus bei 5,08 Euro. Ein Kurssprung blieb aus.
Analysten deutlich vorsichtiger
Interessant ist der Blick auf die Analystenseite. Die Kursziele der zuletzt zehn Experten reichen von 3,00 bis 5,00 Euro. Im Schnitt liegen sie bei 3,80 Euro und damit klar unter dem aktuellen Kurs. Selbst das höchste Ziel liegt knapp unter dem Niveau von heute. Die Aktie ist dem fundamentalen Urteil der Branche also bereits enteilt.
Der erste Handelstag als SDax-Mitglied ist der 6. Oktober. Ob die Aktie die Marke von fünf Euro bis dahin behauptet, dürfte zeigen, wie viel Indexfantasie bereits eingepreist ist.
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