SGL Carbon: 28,7 Mio. Euro stützen EBITDA

SGL Carbon verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Umsatzrückgang, profitiert jedoch von Sonderzahlungen aus der Halbleiterbranche und bestätigt die Jahresprognose.

Auf einen Blick:
  • Umsatz sinkt um 13 Prozent
  • Sonderzahlungen aus Halbleitersektor stützen Marge
  • Jahresprognose für 2026 bestätigt
  • Analysten zeigen sich uneins über Kursentwicklung

SGL Carbon hat am Donnerstag seinen Bericht zum ersten Halbjahr 2026 vorgelegt und ein differenziertes Bild aus operativer Disziplin und marktbedingten Rückgängen gezeichnet. Während das Unternehmen einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen musste, stützte ein Sondereffekt aus der Halbleiterindustrie die Rentabilität. Die Aktie beendete den gestrigen Handel mit einem leichten Plus von 1,18 % bei einem Kurs von 4,30 €.

Einmaleffekte stützen die Ertragslage

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres sank der Konzernumsatz um 13,0 % auf 394,2 Mio. €. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte SGL Carbon noch 453,2 Mio. € erlöst. Das Unternehmen begründete diese Entwicklung primär mit der planmäßigen Beendigung unprofitabler Carbonfaser-Aktivitäten im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA ging parallel dazu leicht auf 69,8 Mio. € zurück, nachdem im Vorjahr noch 72,5 Mio. € erzielt worden waren.

Trotz des geringeren absoluten Ergebnisses konnte die EBITDA-Marge auf 17,7 % gesteigert werden. Dies gelang jedoch maßgeblich durch Einmaleffekte: SGL Carbon erhielt Kompensationszahlungen von Halbleiterkunden in Höhe von 28,7 Mio. €. Ohne diese Zuflüsse wäre die Profitabilität schwächer ausgefallen. Ungeachtet dessen bestätigte das Management seine Prognose für das Gesamtjahr 2026. Erwartet wird weiterhin ein Konzernumsatz zwischen 720 Mio. € und 770 Mio. € bei einem bereinigten EBITDA in einer Spanne von 110 Mio. € bis 130 Mio. €.

Geteiltes Echo in der Analystengemeinschaft

Die gestrige Reaktion der Analysten auf das Zahlenwerk fiel gemischt aus, wobei beide Häuser ihre Einstufung auf „Hold“ beließen. Lars Vom-Cleff von Deutsche Bank Research hob das Kursziel leicht von 4,05 EUR auf 4,15 EUR an. Er verwies dabei auf die soliden langfristigen Perspektiven des Unternehmens, die trotz der kurzfristigen Umsatzschwäche bestehen blieben.

Im Gegensatz dazu reagierte Jefferies-Analyst Henrik Paganetty mit einer Kurszielsenkung. Er passte seine Schätzungen an den Halbjahresbericht an und reduzierte das Ziel von 5,00 EUR auf 4,80 EUR. Medienberichten zufolge bleibt die allgemeine Stimmung unter Marktbeobachtern vorsichtig, da automatisierte Analysedienste ihre Einschätzungen aufgrund revidierter Gewinnprognosen teilweise nach unten korrigiert haben.

Fokus auf Zukunftsmärkte und Nachhaltigkeit

SGL Carbon treibt derweil die Neuausrichtung auf strategische Wachstumsfelder voran. Am Montag gaben das Unternehmen und der Partner X-energy eine Kapazitätserweiterung für die Produktion von nukleartauglichem Graphit bekannt. Dieser spezielle Werkstoff ist für den Betrieb von Hochtemperaturreaktoren essenziell und begegnet einer steigenden Nachfrage. Parallel dazu investiert der Konzern in die Infrastruktur seiner Standorte: Am 29. Juli betonte das Unternehmen anlässlich des Abschlusses neuer Fachkräfte am Standort Meitingen die Bedeutung der Strategie „SGL Growth 2030“.

An den Finanzmärkten zeigt sich die Aktie derzeit in einer stabilisierenden Phase. Das Papier notiert 11,15 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 3,87 €, was auf eine positive langfristige Tendenz hindeutet. Dennoch bleibt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vom 29. Mai deutlich; der Titel liegt aktuell 24,03 % unter dieser Marke von 5,66 €. Als nächste Termine stehen für SGL Carbon die Teilnahme an der Fachmesse SEMICON Taiwan Anfang September sowie die Veröffentlichung der Neunmonatszahlen am 5. November an.

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