Manchmal kommt alles auf einmal. SFC Energy meldete den größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte, und der Markt reagierte prompt: Die Aktie des Brennstoffzellen-Spezialisten aus Brunnthal bei München sprang am Mittwochvormittag zeitweise auf 22 Euro nach oben, auf den höchsten Stand seit Sommer 2025. Doch gegen Mittag hatte sich die Lage bereits wieder beruhigt. Der Kurs bewegte sich bei 20,50 Euro immer noch auf Tagesbasis im Plus, aber in deutlich ruhigeren Gefilden.
42,7 Millionen Euro für die Ukraine
Der Auftrag kommt aus Kiew, finanziert über die Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung. Rund 42,7 Millionen Euro für hochmobile Brennstoffzellensysteme samt Peripherie, Zubehör und Verbrauchsmaterialien, gedacht für militärische und zivile Einsatzszenarien. Konkret: Drohnen aufladen, Kommunikationsgeräte versorgen. Die Systeme zeichnen sich laut Vorstandschef Peter Podesser durch sehr geringe Wärme- und Geräuschentwicklung aus, was taktische Vorteile bringe und die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöhe.
Ausgeliefert werden soll in den kommenden Monaten, umsatz- und ergebniswirksam wird der Auftrag 2026. Parallel plant SFC in Abstimmung mit dem Sonderstab Ukraine des Bundesverteidigungsministeriums den Aufbau lokaler Wartungs- und Trainingsstrukturen vor Ort.
Prognose kräftig nach oben geschraubt
Die Zahlen sprechen für sich. Für 2026 erwartet SFC nun einen Konzernumsatz von 163 bis 175 Millionen Euro, zuvor standen 150 bis 160 Millionen im Plan. Das bereinigte Ebitda soll auf 29 bis 34 Millionen Euro klettern, statt der bisher anvisierten 20 bis 24 Millionen. Das ist kein kosmetisches Update, das ist eine echte Revision.
Podesser formulierte es so: „Der Rekordauftrag aus der Ukraine liefert zusätzliche Wachstums- und Profitabilitätsimpulse, nicht nur für das laufende Geschäftsjahr, sondern auch darüber hinaus.“ Zudem erwartet er weitere Impulse aus dem Wiederanlauf des Indiengeschäfts ab dem zweiten Quartal.
SFC Energy AG Aktie Chart
Q1 schwächer, aber mit Absicht
Das erste Quartal fiel erwartungsgemäß schwächer aus. Der Umsatz sank um 11,7 Prozent auf 34,1 Millionen Euro, der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging von 6,3 auf 6,15 Millionen Euro zurück. Der Grund: SFC hatte bereits im Vorfeld Produktions- und Lieferkapazitäten für den Ukraine-Auftrag zurückgehalten. Wer so einen Brocken liefern will, muss irgendwo Platz schaffen.
Was dabei auffällt: Die bereinigte Ebitda-Marge verbesserte sich dennoch um 1,6 Prozentpunkte auf 18 Prozent, laut Podesser sogar über den eigenen Planungen. Der Gewinn sank letztlich von rund 2,3 auf 1,8 Millionen Euro. Was dieses Mal anders war: Im Vorjahr sah sich das Unternehmen mit hohen Nettowechselkursverluste konfrontiert. Diese hatten sich negativ auf die Profitabilität ausgewirkt.
Verteidigung wird zum Wachstumstreiber
Podesser sagte, die Vertriebsaktivitäten im Verteidigungsbereich gingen „zunehmend in konkrete Großprojekte über“. Der Ukraine-Auftrag ist demnach kein Einzelfall, sondern ein Beleg dafür, dass SFC in einem Markt angekommen ist, der gerade sehr viel Geld bewegt. 42,7 Millionen Euro auf einen Schlag, das war gestern. Was kommt als nächstes, ist die eigentlich interessante Frage.
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