SES Aktie: Plant Satellitenfertigung mit Elveo

Symbolbild, KI-generiert

SES plant mit Elveo eine europäische LEO-Satellitenproduktion für Mobilfunk und Behörden. Die Aktie stieg daraufhin um 3,8 Prozent.

Auf einen Blick:
  • 320 LEO-Satelliten vorgesehen
  • Direktverbindungen zu normalen Mobiltelefonen geplant
  • Kommerzielle Dienste ab 2028 geplant
  • SES-Aktie steigt um 3,8 Prozent

SES treibt den Einstieg in die direkte Satellitenkommunikation für Mobiltelefone voran. Zusammen mit Elveo Mobile plant der luxemburgische Satellitenbetreiber den Aufbau einer eigenen Fertigung sowie einer Lieferkette für Satelliten im erdnahen Orbit (LEO) auf europäischem Boden. Die Kooperation zielt darauf ab, künftig direkte Verbindungen zwischen Satelliten und herkömmlichen Endgeräten bereitzustellen.

Neue Satellitenfertigung für Direktverbindungen

Das Vorhaben sieht vor, Mobilfunk-Roaming für Privat- und Geschäftskunden sowie gesicherte Kommunikationsdienste für Behörden und Streitkräfte bereitzustellen. SES beabsichtigt, diese Dienste global zu vertreiben. Details zum konkreten Standort der Produktionsstätte, zu geplanten Stückzahlen oder zur Höhe der Investitionen nannten die Unternehmen bislang nicht.

Elveo steuert den Satellitenbus, die Nutzlast sowie Steuerungssoftware bei. Geplant ist eine Konstellation von 320 Satelliten. Der Beginn des Flottenaufbaus ist für das vierte Quartal 2027 avisiert, während kommerzielle Dienste im Jahr 2028 starten sollen.

Das Netz greift auf Frequenzrechte im 2-Gigahertz-S-Band zurück, die laut Unternehmensangaben eine potenzielle Reichweite von über einer Milliarde Menschen erschließen. SES hatte seine finanzielle Beteiligung an Elveo bereits im August nach dem Zusammenschluss von Lynk und Omnispace aufgestockt.

Multi-Orbit-Strategie für Behörden und Verteidigung

Durch die Verbindung der erdnahen Satelliten mit den bestehenden Flotten von SES in geostationären und mittleren Umlaufbahnen entsteht eine mehrstufige Systemarchitektur. Dieses Modell soll speziell institutionellen Kunden wie der NATO und Einrichtungen der Europäischen Union ausfallsichere Übertragungswege garantieren.

Auf der Konferenz World Space Business Week am Dienstag unterstrich SES-Chef Adel Al-Saleh, dass der Konzern an einem Wendepunkt für das künftige Wachstum stehe. Die Geschäftsfelder Mobilität und Regierungsdienste verzeichnen nach seinen Worten zweistellige Wachstumsraten, wohingegen das traditionelle Mediengeschäft strukturell schrumpft. Den Fertigungsbeginn für die neue Satellitenreihe stellte Al-Saleh für Anfang 2028 in Aussicht.

Parallel dazu treibt das Unternehmen europäische Großprojekte wie die sovereign Konstellation IRIS² voran. Zudem plant SES den Ausbau des meoSphere-Systems von derzeit 46 auf 100 Satelliten.

Flottenausbau und Erholung an der Börse

Erst am Sonntag schloss der Konzern zudem einen wichtigen Meilenstein im mittleren Erdorbit ab: Drei weitere Satelliten wurden mit einer Falcon-9-Trägerrakete gestartet, wodurch die O3b-mPOWER-Flotte nun 13 Einheiten umfasst. Nach den anstehenden Testläufen soll dieses Gesamtsystem Mitte 2027 den regulären Betrieb aufnehmen.

An den Finanzmärkten stießen die Expansionspläne auf ein positives Echo. Die SES-Aktie legte heute um 3,8 Prozent auf 4,94 Euro zu. Am Vortag hatte das Papier bei 4,76 Euro geschlossen. Die Anleger honorieren damit die strategischen Schritte, mit denen der Betreiber den Rückgang im traditionellen TV-Geschäft durch datenintensive Sicherheits- und Mobilfunkdienste ausgleichen will.

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