ServiceNow Aktie: Zavery verteidigt KI-Preismodell

ServiceNow setzt auf nutzungsbasierte KI-Preise und hebt Jahresziel auf 1,5 Milliarden Dollar an. Die Aktie erholt sich vom Jahrestief.

Auf einen Blick:
  • KI-Preise heben Durchschnittserlöse um 20-30%
  • Übernahme von Armis für 7,75 Milliarden Dollar
  • Aktienrückkauf von 2 Milliarden Dollar im ersten Quartal
  • Analysten sehen starke Kaufempfehlung für die Aktie

Amit Zavery, President und COO von ServiceNow, sprach am 27. Mai 2026 auf der Jefferies Software, Internet & AI Conference. Das zentrale Thema: die Monetarisierung von Künstlicher Intelligenz.

Der Manager zeigte sich unbeeindruckt von der Debatte, dass KI klassische SaaS-Umsätze kannibalisieren könnte. „Ich mache mir um diese Erzählung keine Sorgen“, sagte Zavery. Mehr als die Hälfte der Neugeschäfte laufe inzwischen über nutzungsbasierte Preismodelle statt über Pro-Lizenz-Gebühren.

Preismodell-Transformation beschleunigt sich

Die Hälfte des neuen Netto-ACV entfällt auf nicht-sitzplatzbasierte Preise. Neue KI-native Pakete sollen die Durchschnittspreise um 20 bis 30 Prozent anheben. Das Unternehmen hob das AI-ACV-Ziel für 2026 von einer auf 1,5 Milliarden Dollar an.

Hybride und verbrauchsabhängige Modelle machen inzwischen über die Hälfte des Neugeschäfts aus. Sie koppeln die Kundenausgaben direkt an die tatsächliche Nutzung. Das langfristige Ziel von 30 Milliarden Dollar Umsatz bis 2030 bleibt bestehen. Analysten sehen den adressierbaren Markt bis 2028 auf 600 Milliarden Dollar wachsen.

KI soll die Marge strukturell verbessern. ServiceNow erwartet jährliche Einsparungen von rund 300 Millionen Dollar: 100 Millionen 2025, 200 Millionen 2026. Die Abonnement-Bruttomarge liegt über 80 Prozent. Für 2027 sind jeweils 100 Basispunkte mehr bei der operativen Marge und beim Free-Cashflow eingeplant.

Cybersecurity-Ausbau erweitert Markt

Am 20. April 2026 schloss ServiceNow die Übernahme von Armis ab. Der Kaufpreis lag bei rund 7,75 Milliarden Dollar. Die Akquisition dürfte das Marktpotenzial für Sicherheitslösungen mehr als verdreifachen.

Das Unternehmen bündelt beide großen Sicherheitszukäufe – Armis und Veza – zu einem Angebot namens „Autonomous Security and Risk“. Den Armis-Deal finanzierte ServiceNow aus Barmitteln und Schulden. Die Veza-Übernahme war bereits im März 2026 abgeschlossen worden.

Aktienrückkauf gleicht Verwässerung aus

Im ersten Quartal kaufte ServiceNow rund 20,1 Millionen eigene Aktien zurück. Davon entfielen 18,5 Millionen auf ein beschleunigtes Programm über 2 Milliarden Dollar. Per Ende März verblieben 4,2 Milliarden Dollar unter der bestehenden Ermächtigung.

Die erweiterte Aktienrücklage, auf der Hauptversammlung am 21. Mai bestätigt, dient der Bindung von KI-Spitzenkräften. Die Wiederwahl des Aufsichtsrats und die Bestätigung von PricewaterhouseCoopers als Prüfer untermauern die Kontinuität.

Aktie erholt sich von 52-Wochen-Tief

Am 28. Mai 2026 notiert ServiceNow bei 102,12 Dollar. Die Spanne der letzten 52 Wochen reicht von 81,24 bis 211,48 Dollar. Nachbörslich am Vortag stand die Aktie bei 105,20 Dollar.

Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 142,77 Dollar. Von 44 Analysten raten 43 zum Kauf, nur einer zum Verkauf. Das Gesamturteil lautet „Strong Buy“.

Eine Oppenheimer-Umfrage unter 64 Unternehmenskunden vom Mai 2026 zeigt: IT-Budgets bleiben stabil. ServiceNows Risiko- und Sicherheits-KI-Lösungen zählen zu den obersten Investitionsprioritäten. Besonders gefragt ist Agentic AI – Software, die eigenständig Workflows ausführt. Sie schließt Personallücken in Bereichen mit knappen Fachkräften.

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