Wer im zweiten Quartal 2026 auf eine Verschnaufpause bei ServiceNow gewartet hat, wurde enttäuscht — im positiven Sinne. Der Cloud-Spezialist hat die Erwartungen erneut übertroffen und seine Jahresprognose zum wiederholten Mal nach oben korrigiert. Für ein Unternehmen, das schon seit Jahren mit hohen Wachstumsraten verwöhnt, ist das keine Selbstverständlichkeit.
Wachstum zieht weiter an
Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 3,987 Milliarden Dollar. Damit bleibt ServiceNow auf einem Wachstumspfad, der viele etablierte Softwareanbieter längst hinter sich gelassen haben.
Noch deutlicher fiel der Zuwachs bei den Abonnementerlösen aus, dem Herzstück des Geschäftsmodells. Sie legten um 24,5 Prozent auf 3,877 Milliarden Dollar zu — ein Tempo, das die Bedeutung wiederkehrender Umsätze für das Unternehmen unterstreicht.
Auch ein Blick auf die kurzfristig verbleibenden Leistungsverpflichtungen zeigt, wohin die Reise geht. Dieser Indikator für künftige Umsätze stieg um 21 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar und deutet auf anhaltend hohe Nachfrage in den kommenden Quartalen hin.
Für das laufende Jahr hebt das Management die Prognose für den Abonnementumsatz auf eine Spanne von 15,76 bis 15,78 Milliarden Dollar an. Das entspricht einem erwarteten Wachstum von nahezu 23 Prozent — ein Wert, den viele Wettbewerber in der Unternehmenssoftware nur aus der Ferne bestaunen können.
Ökosystem wächst mit
Während die Zahlen den Kern der Geschichte liefern, zeigt sich das Wachstum auch abseits der Bilanz. Learning Tree International wurde diese Woche offiziell autorisierter Schulungspartner von ServiceNow und bindet zertifizierte Kurse sowie ein KI-Einführungsprogramm in sein Weiterbildungsangebot ein. Solche Partnerschaften sind Routine im Softwaregeschäft, verdeutlichen aber, wie sich das ServiceNow-Ökosystem parallel zur Kernplattform verbreitert — ein Baustein, der die Kundenbindung langfristig stützen soll.
Die Kombination aus beschleunigtem Abonnementwachstum, steigenden Auftragsbeständen und einer wachsenden Partnerlandschaft liefert ein stimmiges Bild für das laufende Geschäftsjahr. Wie stark sich die angehobene Prognose in den kommenden Monaten tatsächlich in der Kursentwicklung niederschlägt, dürfte auch davon abhängen, wie der Markt die bereits hohen Erwartungen an die KI-Produkte des Unternehmens weiter einpreist.
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