Der amerikanische Softwarekonzern ServiceNow hat mit seinen Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 Erwartungen übertroffen und gleichzeitig die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Reaktion des Marktes war dennoch vernichtend: Die Aktie brach nach der Ergebnispräsentation um rund 20 Prozent ein, was den stärksten Kurssturz seit dem Börsengang des Unternehmens im Jahr 2012 darstellt. Seither hat sich die Aktie zwar etwas erholt, notiert aber immer noch deutlich tiefer als vor der Veröffentlichung.
Die Zahlen selbst geben für eine solche Reaktion wenig Anlass. Der Abonnementumsatz kletterte im ersten Quartal um 22 Prozent auf 3,67 Milliarden Dollar. Die sogenannten verbleibenden Leistungsverpflichtungen, also bereits vertraglich vereinbarte, aber noch nicht realisierte Einnahmen, erreichten 27,7 Milliarden Dollar und wuchsen damit in konstantem Währungsvergleich um 23,5 Prozent. Die bereinigte Nettomarge lag bei 32 Prozent und übertraf damit die eigene Prognose. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management nun Abonnementerlöse von rund 15,75 Milliarden Dollar sowie einen freien Cashflow, der einer Rendite von knapp sechs Prozent auf den aktuellen Börsenwert entspricht.
Übernahmen schüren Skepsis bei Investoren
Ein zentrales Thema, das Anleger beschäftigt, ist die zunehmende Übernahmeaktivität des Unternehmens. ServiceNow erwarb innerhalb kurzer Zeit mehrere Unternehmen, darunter den KI-Spezialisten Moveworks für 2,4 Milliarden Dollar und das Cybersicherheitsunternehmen Armis für 7,8 Milliarden Dollar. Kritiker sehen darin den Versuch, nachlassendes organisches Wachstum durch Zukäufe zu kaschieren. Tatsächlich aber blieben die Margen stabil, was gegen eine Verschlechterung der operativen Qualität spricht. Vielmehr scheint das Unternehmen seine Plattform systematisch um neue Funktionsbereiche zu erweitern, um im KI-Zeitalter eine breitere Rolle in den IT-Infrastrukturen großer Konzerne und Behörden einzunehmen.
ServiceNow Aktie Chart
KI als Chance, nicht als Bedrohung
Während viele Softwarewerte unter der Angst leiden, KI könnte klassische Softwareprodukte ersetzen, gilt für ServiceNow eine andere Logik. Die Plattform des Unternehmens bildet die technologische Grundlage, auf der Unternehmen ihre KI-Anwendungen einsetzen und skalieren. Das macht ServiceNow potenziell zu einem der größten Nutznießer der KI-Welle, nicht zu einem ihrer Opfer.
Bewertung auf langjährigem Tief
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 18 auf Basis der Gewinnschätzungen für 2027 ist die Aktie so günstig bewertet wie seit Jahren nicht mehr. Noch vor wenigen Monaten wurde der Titel mit dem mehr als Dreifachen dieses Wertes gehandelt. Bei einem Abonnementumsatz von fast 16 Milliarden Dollar mit zweistelligen Wachstumsraten und stabilen Margen erscheint der aktuelle Kursrückgang als übertriebene Reaktion, die langfristig orientierte Anleger durchaus als Einstiegsgelegenheit werten könnten.
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