ServiceNow verknüpft den Ausbau seiner KI-Angebote mit der technischen Durchsetzung von Sicherheitsregeln. Wie groß der Bedarf sein könnte, verdeutlicht eine am Freitag veröffentlichte Berichterstattung über eine Unternehmensstudie. Für Anleger liegt der entscheidende Punkt nicht allein in den gemeldeten Sicherheitsproblemen: ServiceNow ergänzt seine Kontrollfunktionen um die Zusammenarbeit mit NVIDIA und konkrete Angebote für Finanzinstitute.
Sicherheitsbedarf trifft auf neue Angebote
Medienberichten zufolge hatten 88% der befragten britischen Unternehmen im vergangenen Jahr einen Sicherheitsvorfall im Zusammenhang mit KI-Agenten erlebt. Nur 36% gaben an, einen solchen Vorfall innerhalb von 24 Stunden eingedämmt zu haben. Die Ergebnisse stammen aus einer Untersuchung von ServiceNow.
Die Befragung beschreibt damit ein Problem, auf das ServiceNow mit eigenen Produkten zielt. Sie ist allerdings kein Beleg für zusätzliche Aufträge oder Erlöse. Aus Anlegersicht sind die Verbreitung eines Sicherheitsrisikos und dessen wirtschaftliche Nutzung durch einen Anbieter getrennt zu bewerten.
Am Donnerstag beschrieb ServiceNow seine bereits verfügbare Lösung Operational Resilience für Finanzinstitute. Nach Unternehmensangaben unterstützt sie dabei, KI-Bedrohungen zu erkennen, einzudämmen und darauf zu reagieren. Damit steht neben allgemeinen Kontrollfunktionen auch ein Angebot für eine konkret benannte Kundengruppe.
NVIDIA soll Regeln technisch durchsetzen
Am Mittwoch kündigte ServiceNow erweiterte Funktionen zur Durchsetzung von Richtlinien gemeinsam mit NVIDIA an. Die Zusammenarbeit soll die Kontrolle von KI über Software und Hardware hinweg ausdehnen. Dazu gehört die Einbindung von NVIDIA OpenShell.
ServiceNow beschrieb außerdem Pläne, nach denen NVIDIA OpenShell und BlueField die sogenannten AI Passports auslesen sollen. Diese sollen während der Ausführung überprüfen, welche Handlungen ein KI-Agent vornehmen darf. Die geplante Verknüpfung ist von bereits verfügbaren Funktionen zu unterscheiden.
AI Passport hatte ServiceNow am 15. Oktober angekündigt. Das Unternehmen erwartet die Verfügbarkeit im vierten Quartal 2026. NVIDIA wurde als Entwicklungs- und Einführungspartner genannt. Der Anlegerblick richtet sich damit auch auf die Umsetzung der angekündigten Funktionen, nicht nur auf deren technische Zielsetzung.
Kundenvereinbarung und Zahlen als Prüfsteine
Einen konkreten geschäftlichen Bezug liefert die am 19. Oktober angekündigte Vereinbarung mit Maybank. Sie läuft über fünf Jahre und soll deren Resilience Operations Centre für einen durchgängigen Bankbetrieb in Südostasien erweitern.
Die Vereinbarung zeigt, dass betriebliche Widerstandsfähigkeit bei ServiceNow auch Gegenstand einer längerfristigen Kundenbeziehung ist. Sie beantwortet aber nicht automatisch die Frage nach dem wirtschaftlichen Beitrag der neu angekündigten KI-Kontrollen.
Am 28. Oktober 2026 will ServiceNow nach Börsenschluss Geschäftszahlen veröffentlichen; anschließend ist eine Telefonkonferenz vorgesehen. Für Anleger bietet dieser Termin Gelegenheit, die jüngsten Produktankündigungen neben der finanziellen Entwicklung einzuordnen. Sicherheitsbedarf, technische Verfügbarkeit und geschäftlicher Erfolg bleiben dabei unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe.
ServiceNow-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ServiceNow-Analyse vom 27. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten ServiceNow-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ServiceNow-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
