ServiceNow hat die Übernahme des Cybersicherheitsunternehmens Armis abgeschlossen. 7,75 Milliarden Dollar in bar, finanziert aus eigenen Mitteln und Schulden. Das ist kein kleiner Zukauf, das ist eine Wette auf die Zukunft des Unternehmens.
Die Transaktion folgt nur wenige Wochen nach der abgeschlossenen Veza-Übernahme im März 2026. Veza brachte KI-gestützte Identitätsintelligenz auf die ServiceNow-Plattform. Armis liefert jetzt Echtzeit-Sichtbarkeit über nahezu 7 Milliarden vernetzte Geräte, von OT-Anlagen über medizinische Geräte bis hin zu Cloud-Infrastruktur.
Das eigentliche Problem, das ServiceNow lösen will
Sicherheitsteams kennen das Dilemma seit Jahren. Die Tools, die Risiken erkennen, können keine Gegenmaßnahmen einleiten. Die Tools, die Gegenmaßnahmen einleiten, sehen nicht das vollständige Bild. Zwischen Erkennung und Reaktion klafft eine Lücke, und genau in diese Lücke stoßen Angreifer vor.
Laut dem Verizon Data Breach Investigations Report 2025 sind gestohlene Zugangsdaten nach wie vor der häufigste Einstiegspunkt für Angreifer. Dazu kommt: Maschinenidentitäten übersteigen menschliche Identitäten inzwischen um mehr als 80 zu eins, und fast die Hälfte davon trägt privilegierte Zugriffsrechte, die die meisten Unternehmen weder vollständig sehen noch kontrollieren können.
ServiceNow will genau das schließen. Armis liefert die Asset-Sichtbarkeit, Veza die Identitätsintelligenz, und die ServiceNow-Plattform übersetzt beides in automatisierte Workflows mit vollständigem Prüfpfad.
Die Zahlen dahinter sind nicht unbeeindruckend
ServiceNow schloss sein bislang stärkstes OT-Quartal in Q4 2025 ab. Das Sicherheits- und Risikogeschäft überschritt in Q3 die Marke von einer Milliarde Dollar Jahresvertragswert, organisch. Armis ist bei neun der zehn größten Fortune-500-Unternehmen im Einsatz und bei mehr als 35 Prozent der Fortune 100. Viele davon sind bereits ServiceNow-Kunden.
Zusammen mit Veza soll Armis das adressierbare Marktpotenzial im Sicherheits- und Risikobereich mehr als verdreifachen. Das ist die Ansage des Managements, und sie ist ambitioniert.
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Amit Zavery sagt es direkt
„Die meisten Sicherheitsplattformen stoppen beim Alert. ServiceNow schließt den Kreis“, so Amit Zavery, President, COO und CPO bei ServiceNow. Klare Worte. Ob die Realität dem Anspruch folgt, wird sich in den nächsten Quartalen zeigen, wenn die Integration tatsächlich greift und Kunden die kombinierten Fähigkeiten nutzen.
Armis-CEO Yevgeny Dibrov sieht den Zusammenschluss als Chance, die Mission seines Unternehmens zehnfach zu skalieren. Accenture und Fortinet haben sich bereits lobend zu Wort gemeldet, was wenig überrascht, beide sind Partner beider Unternehmen.
Drei Milliarden für die Sicherheitsarchitektur der Zukunft
ServiceNow hat jetzt innerhalb weniger Monate zwei Milliardenzukäufe im Sicherheitsbereich getätigt. Das Unternehmen baut ein „AI Center for Cyber Defense“ auf, einen globalen Hub für autonome Cyberabwehr. Der Anspruch: weg von reaktiver Sicherheit, hin zu proaktiver, agentischer Verteidigung.
7,75 Milliarden Dollar. Und der Markt soll sich mehr als verdreifachen. Ob die Rechnung aufgeht, wissen wir spätestens, wenn die nächste große Sicherheitslücke auftaucht und die Welt schaut, wer sie zuerst geschlossen hat.
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