Ein Handelstag im Minus, ein Vorbörsenkurs im Plus von mehr als sechs Prozent — bei ServiceNow zeigt sich gerade, wie schnell sich die Stimmung drehen kann, wenn die Zahlen stimmen. Der Softwarekonzern hat am Mittwoch nach Handelsschluss seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt, und die fielen deutlich besser aus als erwartet.
Umsatz und Auftragsbestand übertreffen die Prognosen
ServiceNow steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 3,99 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Konsensschätzung von 3,93 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 0,90 Dollar, verglichen mit erwarteten 0,86 Dollar. Das Kerngeschäft mit Abonnements wuchs währungsbereinigt um 23 Prozent auf 3,877 Milliarden Dollar.
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf den aktuellen Auftragsbestand (Current Remaining Performance Obligations): Dieser legte währungsbereinigt um 21,5 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar zu und signalisiert damit, dass die Nachfrage nach der Cloud-Software auch über das laufende Quartal hinaus stabil bleibt. Das Management hob im Zuge der Zahlen die Jahresprognose für die Abonnementerlöse an — getragen von einer spürbar beschleunigten Nachfrage im KI-Bereich.
Cybersecurity wird zum zweiten Standbein
Neben der bekannten KI-Sparte, die auf dem Weg zum Jahresziel von 1,5 Milliarden Dollar an jährlichem Vertragswert liegt, rückte diesmal ein anderer Bereich in den Fokus: Das Cybersecurity-Geschäft hat die Marke von einer Milliarde Dollar überschritten, das organische Wachstum zieht dabei an. Analysten werten das als Signal, dass ServiceNow überproportional von den steigenden IT-Sicherheitsbudgets der Unternehmen profitieren könnte — ein Markt, der durch die wachsende Zahl an KI-Agenten in Unternehmenssystemen zusätzlich befeuert wird.
Ganz ungetrübt fiel das Bild allerdings nicht aus. Die Zuwächse gegenüber dem Analystenkonsens fallen kleiner aus als im Schnitt der vergangenen zwölf Monate, das Wachstumstempo verlangsamt sich also leicht. Zeitliche Verschiebungen bei Regierungsaufträgen sowie Währungseffekte dämpften einzelne Kennzahlen zusätzlich.
Am Kapitalmarkt kommt der Quartalsbericht dennoch gut an. Oppenheimer bestätigte seine Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 140 Dollar, Citizens bekräftigte „Market Outperform“ bei einem Kursziel von 157 Dollar. Die Spanne zwischen beiden Zielen zeigt, dass die Häuser unterschiedlich optimistisch sind, wie stark sich das KI- und Cybersecurity-Wachstum in den kommenden Quartalen niederschlägt — der grundsätzliche Trend nach oben ist aber ungebrochen.
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