Der Markt hat entschieden: Ein gutes Quartal ist kein Grund zur Freude, wenn irgendwo eine Marge um einen halben Prozentpunkt sinkt. ServiceNow lieferte für Q1 2026 Subscription-Umsätze von 3,67 Milliarden Dollar, 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, schlug die eigene Guidance an der Oberkante, und schickte die RPO auf 27,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 25 Prozent. Die Aktie rauschte dennoch um 17,75 Prozent nach unten.
War das wirklich so schlimm?
Der eigentliche Stein des Anstoßes ist schnell gefunden. ServiceNow hob die Umsatzguidance für das Gesamtjahr um 205 Millionen Dollar an, aber 125 Basispunkte des Wachstums stammen aus der Armis-Akquisition. Ohne Armis: keine Erhöhung. Dazu kommt ein leichter Rückgang bei der Non-GAAP-Subscription-Bruttomarge auf 81,5 Prozent statt der bisher erwarteten 82 Prozent, und die operative Marge für das Gesamtjahr wurde von 32 auf 31,5 Prozent gesenkt. Das ist die Rechnung, die der Markt aufgemacht hat.
Hinzu kamen verzögerte Deals im Nahen Osten wegen des Iran-Krieges, rund 75 Basispunkte Gegenwind bei der Subscription-Umsatzwachstumsrate. Laut Unternehmensangaben sind diese Deals lediglich verschoben, nicht verloren.
630 Kunden über 5 Millionen Dollar, 97% Renewal
Wer sich die operativen Details anschaut, findet wenig, worüber man sich ernsthaft Sorgen machen müsste. 630 Kunden geben inzwischen mehr als 5 Millionen Dollar jährlich aus, 28 davon kamen allein in Q1 dazu. 17 der 20 größten Deals umfassen mehr als sieben Produkte. Die Renewal-Rate liegt bei 97 Prozent. New-Logo-ACV ist um über 50 Prozent gestiegen. Das sind keine Zahlen eines Unternehmens, das seinen Burggraben verliert.
Now Assist, die generative KI-Suite von ServiceNow, wächst ebenfalls kräftig: Kunden mit einem Now-Assist-ACV über einer Million Dollar haben sich mehr als verdoppelt, der Ziel-ACV wurde von einer auf 1,5 Milliarden Dollar angehoben. Bereits 50 Prozent des neuen Nettogeschäfts kommt aus nicht-sitzplatzbasierter Preisgestaltung, was zeigt, dass die Monetarisierung von KI-Nutzung tatsächlich greift.
Armis: kurzfristiger Schmerz, mittelfristiger Hebel
Die Armis-Übernahme, die in Q2 2026 abgeschlossen wurde, belastet die Margen vorübergehend. Das Unternehmen positioniert sich damit als Vollplattform für KI-natives Sicherheits- und Workflow-Management. Management hat explizit kommuniziert, dass operative Marge und Free-Cash-Flow-Marge in 2027 wieder expandieren und sich normalisieren sollen. Wer das als Einstiegshürde sieht, muss erklären, warum ein absehbarer, zeitlich begrenzter Integrationsaufwand eine dauerhafte Neubewertung nach unten rechtfertigt.
ServiceNow Aktie Chart
Bewertung: 20x Forward-Earnings für ein KI-Leitunternehmen
Die Aktie handelt aktuell bei rund 20,5x dem für 2027 erwarteten Gewinn. Der historische Durchschnitt liegt bei knapp 64x. Oracle und Microsoft werden mit 23 bis 24x bewertet. ServiceNow wächst schneller als beide. Analysten, die das Unternehmen beobachten, kalkulieren mit einem fairen Wert von rund 200 Dollar je Aktie, was vom aktuellen Niveau mehr als 130 Prozent Aufwärtspotenzial bedeutet.
Das größte Risiko ist nicht die Marge. Es ist die Frage, ob die Armis-Integration schnell genug Cross-Selling-Erlöse generiert und ob der Wechsel zum nutzungsbasierten Preismodell die alten SaaS-Multiples irgendwann strukturell unter Druck setzt. Beides ist real, beides ist eingepreist, und beides ist bei einem Forward-KGV von 20 bereits mehr als ausreichend berücksichtigt.
17,75 Prozent Kursrückgang nach einem Quartal mit 22 Prozent Umsatzwachstum, 97 Prozent Renewal und 630 Millionen-Dollar-Kunden. Der Markt irrt sich manchmal, und hierbei könnte es sich um solch ein Ereignis handeln.
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