ServiceNow Aktie: Action Fabric öffnet für Claude und alle Agenten

ServiceNow stellt mit Action Fabric eine offene Schnittstelle für externe KI-Agenten vor. Die Aktie notiert trotz Milliardeninvestitionen nahe dem Jahrestief.

Auf einen Blick:
  • Action Fabric für externe KI-Agenten geöffnet
  • Anthropic Claude als erster Designpartner
  • AI Control Tower sichert Governance und Audit
  • Aktie trotz Milliardenzukäufe unter Druck

ServiceNow will das Betriebssystem für Unternehmens-KI werden. Auf der hauseigenen Konferenz Knowledge 2026 hat der Konzern dafür eine entscheidende Weiche gestellt — während die Aktie nahe Mehrjahrestiefs notiert.

Action Fabric: Offen für jeden KI-Agenten

Das Kernstück der Ankündigungen heißt Action Fabric. Die neue Funktion erlaubt es externen KI-Agenten, direkt auf der ServiceNow-Plattform kontrollierte Unternehmensworkflows auszuführen. Entscheidend dabei: ServiceNow schreibt den Unternehmen nicht vor, welchen KI-Agenten sie nutzen. Claude von Anthropic, Microsoft Copilot oder selbst entwickelte Lösungen — alle können über einen allgemein verfügbaren MCP-Server andocken.

Anthropic ist der erste Designpartner. Agenten auf Basis von Claude können damit dieselben Workflows auslösen wie native ServiceNow-Lösungen — ohne menschliches Eingreifen. Ein konkretes Beispiel: Ein neuer Mitarbeiter ohne Systemzugang braucht keine Tickets mehr manuell zu erstellen. Der KI-Agent erkennt die Lücken, leitet Genehmigungsanfragen weiter und löst das Problem selbst.

Kontrolle als Verkaufsargument

Action Fabric ist mehr als eine Integrationsschnittstelle. Jede Aktion läuft durch den AI Control Tower von ServiceNow — identitätsgeprüft, berechtigungsgebunden und vollständig nachvollziehbar. Der MCP-Server-Konsole umfasst Governance, Verbrauchsmessung, Audit-Protokolle und rollenbasierte Zugriffspakete.

ServiceNow nutzt den AI Control Tower intern selbst. Das Unternehmen verwaltet darüber mehr als 1.600 KI-Assets und beziffert den internen KI-Nutzen für 2025 auf kumuliert eine halbe Milliarde Dollar.

Milliarden für die Strategie

Die Plattform, die ServiceNow auf Knowledge 2026 präsentiert, ist zu großen Teilen durch Zukäufe entstanden. In den vergangenen 18 Monaten hat der Konzern mehrere Milliarden Dollar investiert: Moveworks für 2,85 Milliarden Dollar, Armis für 7,75 Milliarden Dollar, dazu Veza, Traceloop und weitere Unternehmen.

Action Fabric ist die offene Ergänzung zu einem anderen strategischen Schritt: Im Januar 2026 schloss ServiceNow eine dreijährige Vereinbarung mit OpenAI. OpenAI ist damit das einzige nativ eingebettete Modell auf der Plattform. Mit Action Fabric bleibt die Plattform trotzdem für alle anderen Agenten zugänglich.

Aktie weit unter Jahreshoch

Die Produktoffensive trifft auf einen schwierigen Börsenkurs. Die Aktie handelt aktuell bei rund 87 Dollar — weit entfernt vom Jahreshoch bei 211 Dollar. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 145 Dollar, das Konsensrating ist „Kaufen“.

Langfristig hat ServiceNow ambitionierte Ziele formuliert. Bis 2030 peilt das Unternehmen mehr als 30 Milliarden Dollar Abonnementumsatz an. KI-Verträge sollen dann über 30 Prozent des jährlichen Vertragswerts ausmachen. Den adressierbaren Markt beziffert ServiceNow bis 2028 auf 600 Milliarden Dollar.

Ob die Märkte diesen Zeitplan akzeptieren, hängt davon ab, wie schnell Unternehmenskunden von Pilotprojekten in den produktiven Einsatz wechseln. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob Action Fabric bereits Spuren im Auftragseingang hinterlässt.

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