ServiceNow Aktie: 7,74 Prozent Wochenplus

ServiceNow überzeugt mit starken Q2-Zahlen und KI-Wachstum. Die Aktie erholt sich, Prognosen wurden angehoben.

Auf einen Blick:
  • Aktie springt um 3,17 Prozent
  • KI-Vertragswert übersteigt Milliardenmarke
  • Umsatzprognose für Abos angehoben
  • Stellenabbau als Integrationsmaßnahme geplant

ServiceNow beweist gerade, dass die Angst vor der eigenen KI übertrieben war. Die Aktie springt um 3,17 Prozent auf 100,05 Euro und baut damit eine Erholung aus, die den Titel binnen einer Woche um 7,74 Prozent nach oben getrieben hat. Der Auslöser: Quartalszahlen, die genau den Beweis liefern, den der Markt seit Monaten forderte.

Nach zwei brutalen Kursabstürzen in Folge — minus 15,3 Prozent nach den Q1-Zahlen, minus 11,4 Prozent nach dem vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 — hatte sich die Skepsis festgesetzt. Die Sorge: Frisst agentenbasierte KI das klassische Lizenzgeschäft von ServiceNow auf? Die Antwort aus dem zweiten Quartal fällt eindeutig aus.

Die Zahlen sprechen für die Optimisten

Der Umsatz mit Abonnements kletterte im zweiten Quartal um 24,5 Prozent auf 3,877 Milliarden Dollar. Der Gesamtumsatz wuchs um 24 Prozent auf 3,987 Milliarden Dollar. Das allein wäre schon eine solide Story.

Entscheidend ist aber ein anderer Wert: Der jährliche Vertragswert aus KI-Geschäft überschritt erstmals die Marke von einer Milliarde Dollar. Die Zahl neuer KI-Verträge legte binnen eines Quartals um mehr als 40 Prozent zu. Agentenbasierte KI-Einsätze verneunfachten sich innerhalb von neun Monaten, und das AI Control Tower zählt inzwischen über 500 Kunden nach nur sechs Monaten am Markt.

Das ist genau der Beleg, den Investoren nach der Panik um KI-Disruption verlangt hatten: echte, messbare Monetarisierung statt Demo-Feuerwerk.

Auch der Ausblick spricht für das Management. ServiceNow hebt die Umsatzprognose für das Abonnementgeschäft im Gesamtjahr auf 15,76 bis 15,78 Milliarden Dollar an — ein Wachstum von 22,5 Prozent. Für das dritte Quartal rechnet der Konzern mit 20,5 Prozent Umsatzplus. Ein Unternehmen, das seine Prognose anhebt, während es bereits zweistellig wächst, befindet sich nicht im Abstieg. Es verdichtet sein Wachstum.

Warum die Sorge vor der Kannibalisierung übertrieben war

Die These der Skeptiker war einfach: Wenn KI-Agenten Aufgaben automatisieren, braucht niemand mehr so viele lizenzierte Nutzerplätze. Die Realität zeigt das Gegenteil. ServiceNow verkauft KI-Funktionen zunehmend nach Verbrauch statt nach Nutzerzahl — und generiert damit eine völlig neue Monetarisierungsschicht, statt die alte zu verlieren.

Die Vertragsverlängerungsquote bleibt mit 98 Prozent auf einem Spitzenniveau der Branche. Im Quartal kamen 123 neue Deals mit einem Vertragswert über einer Million Dollar hinzu, ein Plus von fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 658 Kunden generieren inzwischen jeweils mehr als fünf Millionen Dollar an jährlichem Vertragswert. Das ist nicht das Bild eines Unternehmens, das seine Preismacht an KI-Agenten verliert. Es ist das Bild eines Unternehmens, das KI erfolgreich in sein Geschäftsmodell einbaut.

Der Stellenabbau ist Lärm, kein Warnsignal

Ein Teil der Anleger stört sich am Stellenabbau im Zuge der Übernahmen von Moveworks, Veza und Armis. ServiceNow startete 2026 mit rund 29.000 Mitarbeitern, aktuell sind es etwa 30.000. Der Konzern plant, bis Jahresende wieder auf das Ausgangsniveau zurückzukehren — das bedeutet einen Abbau von rund 1.000 Stellen im Zuge der Integration.

CEO Bill McDermott hat das als reine Integrationsarbeit eingeordnet, nicht als Zeichen nachlassenden Wachstums. Er kündigte an, das Unternehmen werde 2026 mit „exakt derselben Mitarbeiterzahl“ abschließen und 2027 beginnen. Die Integrationsarbeit solle stattdessen die operative Marge und die Free-Cashflow-Marge nach oben treiben. Wenn diese Margenausweitung eintritt, dürfte die Sorge um den Stellenabbau schnell verschwinden.

Spielraum nach oben, aber keine ruhige Fahrt

Der RSI liegt bei 59,1 — komfortabel unter der Überkauft-Schwelle. Der heutige Sprung von 3,17 Prozent hat die Aktie also noch nicht in gefährliches Momentum-Terrain getrieben. Das lässt Raum für eine Fortsetzung der Rally, sollte die KI-Monetarisierung weiter positiv überraschen.

Der Preis dafür ist Nervenstärke: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 64,93 Prozent. Das ist kein Titel für Anleger mit schwachen Nerven, und die Kursausschläge rund um die letzten Quartalsberichte zeigen, wie binär die Stimmung um ServiceNow inzwischen geworden ist.

Mein Fazit

Bei einer Marktkapitalisierung von 98,64 Milliarden Euro handelt ServiceNow deutlich unter dem Analystenkonsens von 121,76 Euro — ein implizites Aufwärtspotenzial von rund 21,7 Prozent, sollten die Schätzungen zutreffen. Das zweite Quartal hat genau den Monetarisierungsbeweis geliefert, den der Markt einforderte, und die Prognose wurde angehoben, nicht gesenkt.

Für mich sieht die jüngste Rally weniger nach einer spekulativen Blase aus als nach einer überfälligen Neubewertung von Fundamentaldaten, die während der KI-Disruptions-Panik zu Unrecht abgestraft wurden. Bewertung und Volatilität bleiben Risikofaktoren. Die Wahrscheinlichkeit spricht mittlerweile aber eher für den Beginn einer nachhaltigen Erholung als für ein weiteres Strohfeuer.

ServiceNow-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ServiceNow-Analyse vom 03. August liefert die Antwort:

Die neusten ServiceNow-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ServiceNow-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 03. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

ServiceNow: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)