ServiceNow Aktie: 40 Prozent Minus seit Jahresbeginn

ServiceNow erholt sich von deutlichen Kursverlusten, operatives Geschäft bleibt stabil. Analysten sehen Potenzial trotz verlangsamtem Wachstum und KI-Herausforderungen.

Auf einen Blick:
  • Aktie erholt sich nach starkem Abverkauf
  • Aboerlöse steigen um 22 Prozent
  • KI-Sparte Now Assist im Fokus
  • Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch

ServiceNow hat sich aus dem Tief gearbeitet. Der Kursrutsch bleibt aber tief, und die Erholung muss nun zeigen, ob mehr dahintersteckt als eine technische Gegenbewegung. Im Kern geht es um Wachstum, Margen und die Frage, wie stark KI das bestehende Geschäft verändert.

Erholung nach hartem Abverkauf

Die Aktie schloss am 15. Mai bei 95,07 Dollar. Am letzten Handelstag der Woche legte sie mehr als fünf Prozent zu. Das war ein klares Signal nach Wochen mit starkem Druck.

Der Rückschlag bleibt erheblich. Seit Jahresbeginn liegt das Minus bei rund 40 Prozent. Die Spanne der vergangenen zwölf Monate reicht von 81,24 bis 211,48 Dollar.

Der Markt bewertet den Konzern damit deutlich vorsichtiger als zuvor. Investoren achten stärker auf verlangsamtes Wachstum, steigende Kosten und mögliche Verschiebungen im IT-Service-Management durch KI.

Auch im S&P 500 hat der Kursverfall Spuren hinterlassen. Cummins zog im Ranking nach Marktkapitalisierung an ServiceNow vorbei und belegte Rang 117. Die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei rund 91,76 Milliarden Dollar.

Operativ läuft es weiter

Das Geschäft selbst bricht nicht weg. Im ersten Quartal erzielte ServiceNow Aboerlöse von 3,671 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Wachstum von 22 Prozent.

Der Auftragsbestand bleibt ein wichtiger Stabilisator. Die kurzfristig fälligen Leistungsverpflichtungen lagen bei 12,64 Milliarden Dollar. Die gesamten Leistungsverpflichtungen erreichten 27,7 Milliarden Dollar.

Es gibt aber Reibungspunkte. Mehrere große On-Premise-Abschlüsse im Nahen Osten verzögerten sich wegen des regionalen Konflikts. Das belastete das Wachstum um rund 75 Basispunkte.

Die Armis-Akquisition hilft dagegen beim Ausblick. Für das zweite Quartal und das Gesamtjahr rechnet ServiceNow mit einem Beitrag von rund 125 Basispunkten. Die Jahresprognose für Aboerlöse hob das Management um gut 200 Millionen Dollar an.

Für 2026 peilt der Konzern nun knapp 15,8 Milliarden Dollar Aboerlöse an. Währungsbereinigt wäre das ein Wachstum von rund 21 Prozent. Das ist solide, aber nicht mehr die frühere Bewertungsprämie ohne Gegenfragen.

KI bleibt der Prüfstein

Der nächste große Termin ist der 29. Juli. Dann legt ServiceNow die Zahlen für das zweite Quartal vor. Beim Abo-Umsatz erwartet das Management gut 3,8 Milliarden Dollar und etwa 21 Prozent Wachstum.

Im Fokus steht auch Now Assist. ServiceNow will mit der KI-Sparte beim jährlichen Vertragswert die Marke von 1 Milliarde Dollar erreichen. Zum Jahresauftakt lagen 16 Deals über 5 Millionen Dollar Netto-ACV.

Analysten bleiben überwiegend konstruktiv. Der Konsens von 31 Experten liegt bei „Strong Buy“. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 184,13 Dollar.

Bernstein-Analyst Peter Weed erhöhte sein Ziel Anfang Mai auf 236 Dollar. Zuvor lag es bei 226 Dollar. Er verwies auf die langfristigen Ziele des Managements nach dem Analystentag.

Auch die Finanzierung wirkt nicht angespannt. ServiceNow schloss am 15. Mai eine Anleiheplatzierung über 4 Milliarden Dollar ab. Die Laufzeiten reichen bis weit in die Zukunft.

Die Kupons liegen zwischen 4,250 und 6,300 Prozent. Operativ erwirtschaftete der Konzern zuletzt 1,67 Milliarden Dollar Cashflow. Der freie Cashflow lag bei rund 1,53 Milliarden Dollar.

Bis zu den Quartalszahlen bleibt die Marke um 90 Dollar technisch wichtig. Oberhalb davon wirkt die Erholung stabiler. Unterhalb davon rückt das April-Tief wieder näher.

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