Operativ läuft es bei Semperit wieder deutlich besser. Genau das macht den laufenden Übernahmeprozess brisanter, denn der Vorstand sieht den Konzern nach der Restrukturierung anders bewertet. Der starke Start hat aber eine klare Schwachstelle: Rohstoffe und Nachfrage hängen stärker am geopolitischen Umfeld.
Profitabilität springt an
Zum Jahresauftakt drehte Semperit das Ergebnis nach Steuern auf 8,9 Millionen Euro. Der Umsatz stieg spürbar, getragen von beiden Divisionen.
Noch deutlicher fällt der operative Hebel aus. Das EBITDA hat sich auf 26,8 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Marge erreichte 16,4 Prozent nach 7,3 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Industrial Applications steigerte den Umsatz um 7,4 Prozent. Engineered Applications kam auf ein Plus von 8,3 Prozent. Damit beruht die Erholung nicht nur auf Kosten, sondern auch auf mehr Geschäft in beiden Bereichen.
Geopolitik bleibt der Störfaktor
Der Haken liegt außerhalb der eigenen Werke. Das Management verweist auf erhöhte Unsicherheit durch die Lage im Nahen Osten. Betroffen sind Rohstoffpreise, Verfügbarkeit und die allgemeine Nachfrage.
Semperit kauft Rohstoffe breiter ein, regional und über mehrere Lieferanten. Diese Diversifikation senkt Abhängigkeiten. Bei einer weiteren Eskalation schließt der Konzern Engpässe im späteren Jahresverlauf aber nicht aus.
An der Prognose hält der Vorstand fest. Beim Umsatz rechnet Semperit weiter mit Wachstum im höheren einstelligen Prozentbereich. Beim operativen EBITDA vor Projektkosten peilt der Konzern rund 95 Millionen Euro an. Für das Digitalprojekt oneERP kalkuliert Semperit mit rund 5 Millionen Euro Aufwand.
Angebot trifft auf bessere Zahlen
Die Bilanz liefert dafür einen Puffer. Die Eigenkapitalquote lag bei 48,2 Prozent. Die Nettofinanzverschuldung entsprach dem 0,9-Fachen des EBITDA. Die Liquiditätsreserven stiegen auf 101,8 Millionen Euro.
Auch der Cashflow zog an. Der Free Cashflow lag bei 13,1 Millionen Euro nach 8,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das gibt dem Konzern Spielraum, falls Rohstoffe teurer werden oder Kunden später bestellen.
Der operative Fortschritt trifft auf das Angebot der B&C Holding. Der Mehrheitsaktionär bietet 15,00 Euro je Aktie. Die Annahmefrist läuft noch bis Juni 2026.
Der Vorstand hält den Preis für unzureichend. Seine Begründung wirkt nach den Quartalszahlen greifbarer: Die Restrukturierung liefert sichtbar bessere Ergebnisse. Genau deshalb dürfte der Preisvergleich nun stärker über die operative Erholung laufen.
Am Freitag schloss die Aktie bei 15,05 Euro. Seit Jahresanfang liegt sie 22,16 Prozent im Plus, knapp unter dem Jahreshoch von 15,10 Euro.
Damit handelt der Markt praktisch auf Höhe des Angebots. Viel Luft nach oben zeigt der Kurs kurzfristig nicht, die operative Entwicklung spricht aber gegen eine einfache Bewertung nach dem gebotenen Preis.
Analysten sehen weiter Abstand. NuWays nennt ein Kursziel von 21,50 Euro. Warburg Research erhöhte das Ziel auf 22 Euro nach zuvor 21 Euro.
Bis zum Ablauf der Annahmefrist im Juni bleibt der operative Ausblick der Hebel. Jede weitere Verbesserung der Marge stärkt die Argumentation gegen den gebotenen Preis.
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