Sellas Life Sciences Aktie: BMF Capital startet Short-Attacke

Bei Sellas Life Sciences prallen BMF Capitals Kurswette und positive Stimmen zu GPS aufeinander, während die REGAL-Studie den entscheidenden Auslöser nähert.

Auf einen Blick:
  • BMF Capital sieht 76 Prozent Abwärtspotenzial
  • REGAL-Studie erreicht 78 von 80 Ereignissen
  • GPS soll AML-Therapie entscheidend voranbringen
  • Sellas-Aktie notiert 4,0 Prozent höher

Die Aktie von Sellas Life Sciences steht heute im Zentrum einer heftigen Debatte zwischen spekulativen Leerverkäufern und optimistischen Branchenkennern. Während der Hedgefonds BMF Capital eine massive Short-Position aufgebaut hat und vor einem drastischen Kursverfall warnt, bezeichnen Experten aus dem Pharma-Sektor das Flaggschiff-Präparat des Unternehmens als potenziellen Wendepunkt in der Krebstherapie.

BMF Capital warnt vor dem „teuersten Münzwurf“

Der Investor Frank Gerola hat mit seinem Haus BMF Capital eine Short-Attacke gegen Sellas Life Sciences gestartet. Die Analysten sehen ein Abwärtspotenzial von bis zu 76 Prozent und beziffern das Kursziel im Falle eines Scheiterns der aktuellen klinischen Studien auf lediglich 3,50 US-Dollar. BMF bezeichnet die aktuelle Bewertung des Unternehmens von rund 3 Milliarden US-Dollar als den „teuersten Münzwurf der Biotech-Branche“.

Hintergrund der Skepsis ist die extreme Abhängigkeit von der sogenannten REGAL-Studie. Sollte die klinische Erprobung nicht die gewünschten Ergebnisse liefern, drohe laut Medienberichten eine fundamentale Neubewertung, die den Großteil der bisherigen Gewinne vernichten könnte. Die Aktie verzeichnete seit Jahresbeginn ein Plus von 318 %, was die enorme Erwartungshaltung der Marktteilnehmer unterstreicht.

Entscheidung in der REGAL-Studie steht unmittelbar bevor

Dem gegenüber stehen äußerst positive Einschätzungen aus dem Umfeld globaler Pharma-Größen. Medienberichten zufolge haben Manager von AstraZeneca und Johnson & Johnson den Wirkstoff Galinpepimut-S (GPS) als „Game Changer“ für die Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML) bezeichnet.

Die REGAL-Studie hat mit 78 von 80 erforderlichen Ereignissen einen entscheidenden Schwellenwert fast vollständig erreicht. Sobald das 80. Ereignis eintritt, wird die finale Analyse ausgelöst. Das primäre Ziel der Untersuchung ist ein medianes Gesamtüberleben von 12,6 Monaten in der GPS-Gruppe, verglichen mit lediglich 8 Monaten in der Kontrollgruppe. Ein Erfolg in dieser Phase-III-Studie könnte die Therapiestandards für AML-Patienten nachhaltig verändern.

Marktlage und operative Einordnung

Dieser Konflikt zwischen Optimismus und Skepsis baut auf einer Phase operativer Fortschritte auf. Nachdem das Unternehmen bereits vor rund zwei Wochen seine Quartalsergebnisse und klinische Updates vorgelegt hatte – eine Nachricht, die den Kurs seither um 6,8 % steigen ließ –, konzentriert sich das Interesse der Anleger nun fast ausschließlich auf das Finale der REGAL-Studie.

Nachdem das Papier am Freitag noch einen deutlichen Rücksetzer hinnehmen musste, erholt es sich heute leicht. Der aktuelle Kurs notiert bei 11,85 € und liegt damit 4,0 % über dem Niveau vom Freitag. Damit hält der Titel einen Puffer zum 50-Tage-Durchschnitt, der derzeit bei 10,95 € verläuft.

Die kommenden Tage bleiben kritisch, da die Meldung über das Erreichen des finalen Studien-Triggers jederzeit erwartet wird. Während die Short-Seite auf ein technisches Scheitern wettet, setzt das Lager der Befürworter auf die Bestätigung der bisherigen klinischen Daten.

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