Sellas Life Sciences Aktie: 28 von 80 AML-Patienten rekrutiert

Symbolbild, KI-generiert

Sellas steht wegen möglicher Anlegerirreführung im Fokus, während SLS009 Fortschritte macht und Analysten das Aktienpotenzial weiter positiv beurteilen.

Auf einen Blick:
  • Mehrere Kanzleien prüfen mögliche Anlegerirreführung
  • REGAL-Studie löste deutliche Kursreaktion aus
  • Drei SLS009-Poster für AACR angenommen
  • Alliance Global hebt Kursziel auf 35 Dollar

Juristisches Nachspiel nach Unklarheiten zur REGAL-Studie

Das US-Biotechnologieunternehmen Sellas Life Sciences sieht sich mit einer Ausweitung juristischer Prüfungen konfrontiert. Mehrere Anwaltskanzleien, darunter Pomerantz LLP sowie Bronstein, Gewirtz & Grossman, haben zwischen dem vergangenen Donnerstag und dem vergangenen Sonntag Untersuchungen eingeleitet. Im Kern geht es um den Verdacht des Wertpapierbetrugs oder anderer unlauterer Geschäftspraktiken. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Frage, ob das Management Anleger über den Fortschritt der klinischen Phase-3-Studie REGAL unzureichend oder irreführend informiert hat.

Hintergrund der rechtlichen Auseinandersetzung sind Ereignisse aus der letzten Augustwoche. Medienberichten zufolge löste ein unbestätigter Bericht am 28. August eine deutliche Kursreaktion aus, als spekuliert wurde, dass das 80. klinische Ereignis in der REGAL-Studie zum Wirkstoff Galinpepimut-S (GPS) erreicht worden sei.

Dieses Ereignis gilt als vordefinierter Auslöser für die Entblindung der Studiendaten. Da eine offizielle Bestätigung durch das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt ausblieb, verlor das Papier an diesem Tag an der Nasdaq deutlich an Boden und schloss bei 13,21 US-Dollar.

Wissenschaftliche Impulse durch SLS009

Trotz der rechtlichen Unsicherheiten setzt Sellas auf seine klinische Pipeline. Wie das Unternehmen am vergangenen Mittwoch bekannt gab, wurden drei Posterpräsentationen zu vorklinischen Daten von SLS009 (Tambiciclib) für die Fachkonferenz der American Association for Cancer Research (AACR) angenommen. Die Untersuchungen befassen sich mit der Wirksamkeit des Wirkstoffs bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, insbesondere bei Modellen mit KRAS-Mutationen. Die Präsentationen sind für den Zeitraum vom 25. bis 28. September in San Diego geplant.

Parallel dazu treibt das Unternehmen die Entwicklung von SLS009 bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) voran. Im Rahmen der laufenden Phase-2-Studie wurden laut Unternehmensangaben vom 11. August bereits 28 von 80 Patienten rekrutiert. Sellas erwartet für diesen Bereich erste Topline-Daten im vierten Quartal 2026. Das Management betonte zudem, dass die Rekrutierungsrate im Vergleich zu Branchenstandards überdurchschnittlich hoch ausfalle.

Finanzielle Lage und Analysteneinschätzungen

Die Bilanz für das zweite Quartal 2026 weist eine Cash-Position von 138,3 Millionen US-Dollar aus. Dem stand ein Nettoverlust von 9,6 Millionen US-Dollar im selben Zeitraum gegenüber. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich auf 6,3 Millionen US-Dollar. Diese finanziellen Mittel sollen die Fortführung der klinischen Programme absichern, während die REGAL-Studie auf ihre finale Wirksamkeitsanalyse zusteuert.

Analysten bewerten das Potenzial der Aktie trotz der jüngsten Turbulenzen weiterhin positiv. James Molloy vom Analysehaus Alliance Global hob das Kursziel am 17. August von 25 auf 35 US-Dollar an und bestätigte seine Kaufempfehlung. Im Marktdurchschnitt sehen Beobachter das Kursziel bei etwa 32,50 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich aktuell auf rund 2,41 Milliarden Euro.

An der Börse zeigt sich das Papier weiterhin volatil, kann aber auf eine starke Jahresentwicklung zurückblicken. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Plus von 322 %.

Der aktuelle Kurs von 11,95 Euro notiert zudem rund 7,4 % über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage, was auf ein stabiles kurzfristiges Momentum hindeutet. Anleger richten ihr Augenmerk nun auf die für Ende September angekündigten Datenpräsentationen und die ausstehende Bestätigung der REGAL-Studienergebnisse.

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