Nach einer Phase erhöhter Volatilität im Halbleiter- und Speichersektor richtet sich der Fokus bei Seagate Technology nun auf die bevorstehende Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal 2026. Das Unternehmen wird seinen Bericht am 28. Juli nach US-Börsenschluss vorlegen. Während der gesamte Sektor zuletzt durch veränderte Kapitalausgabenpläne bei Schwergewichten wie TSMC und Gewinnwarnungen von Wettbewerbern wie SK Hynix unter Druck geriet, verzeichnet die Seagate-Aktie aktuell eine Erholung. Am heutigen Handelstag kletterte der Kurs um 7,38 % auf 698,00 €.
Starke Prognosen und technologische Fortschritte
Die Erwartungen an den kommenden Quartalsbericht sind hoch, nachdem Seagate im dritten Quartal die Analystenschätzungen deutlich übertroffen hatte. In diesem Zeitraum belief sich der Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) auf 4,10 US-Dollar, was über der Konsensschätzung von 3,51 US-Dollar lag. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 44,1 % auf 3,11 Milliarden US-Dollar. Für das vierte Quartal gab das Management eine Umsatzprognose von 3,45 Milliarden US-Dollar (± 100 Millionen US-Dollar) sowie ein Non-GAAP EPS von etwa 5,00 US-Dollar aus.
Ein wesentlicher Treiber für die optimistische Haltung ist die Einführung der HAMR-Technologie (Heat-Assisted Magnetic Recording). Diese ermöglicht eine deutlich höhere Speicherdichte auf Festplatten. Laut Medienberichten sieht das Management darin den Schlüssel, um die Kapazitäten von derzeit 30 Terabyte auf bis zu 50 Terabyte bis Ende 2027 zu steigern. Diese technologische Entwicklung verbessert nicht nur die Nachhaltigkeit der Produkte, sondern stützt auch die Margen im Enterprise-Segment, da Hyperscale-Rechenzentren vermehrt auf hocheffiziente Speichermedien setzen.
Hohe Sichtbarkeit bei den Auftragsbeständen
Trotz der jüngsten Marktturbulenzen, bei denen der Sektor durch Umschichtungen von Chip-Werten in andere Segmente belastet wurde, signalisierte die Unternehmensführung von Seagate eine hohe Planungssicherheit. CFO Gianluca Romano wies darauf hin, dass die Auftragsbücher derzeit einen Zeitraum von vier bis fünf Quartalen abdecken. Diese Verträge enthielten präzise Angaben zu Produktmischung, Volumen und Preisen, was eine ungewöhnlich klare Sichtbarkeit für das künftige Geschäft biete.
Diese fundamentale Stärke spiegelt sich in der langfristigen Kursentwicklung wider. Seit Jahresbeginn konnte der Wert um 194,02 % zulegen. Analysten bewerten die Situation mehrheitlich positiv. Mark Newman von Bernstein bekräftigte zuletzt seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.000 US-Dollar. Die Analysten der Citi setzten ihr Ziel sogar bei 1.240 US-Dollar an. Auch das Analysehaus Loop Capital sieht mit einem Ziel von 1.140 US-Dollar weiteres Potenzial.
Marktumfeld und Risikofaktoren
Während institutionelle Investoren wie Wealthfront Advisers ihre Positionen zuletzt aufstockten und auch der Janus Henderson Global Sustainable Equity Fund die starke Ausführung des Unternehmens lobte, gab es auf der Insiderseite Verkäufe zu verzeichnen. CEO William Mosley und einige Executive Vice Presidents veräußerten im Mai und Juni Anteile im Wert von mehreren Millionen US-Dollar.
Das Marktumfeld bleibt dennoch herausfordernd. Die Erhöhung der Kapitalausgaben bei TSMC auf bis zu 64 Milliarden US-Dollar hatte am Markt kurzzeitig Sorgen über die künftige Profitabilität der gesamten Hardware-Lieferkette ausgelöst. Zudem beobachten Investoren kritisch die hohe Verschuldung von Seagate und die Abhängigkeit von einer kleinen Gruppe von Großkunden im Cloud-Sektor. Dennoch stützt die prognostizierte jährliche Wachstumsrate von 12,3 % im Markt für Helium-gefüllte Enterprise-Festplatten bis 2035 die langfristigen Aussichten der führenden Akteure in diesem Segment.
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