Seagate-Chef Dave Mosley setzt ein deutliches Zeichen gegen den Branchentrend. Trotz des massiven Speicherbedarfs durch Künstliche Intelligenz verzichtet das Unternehmen vorerst auf den Bau neuer Fabriken. Diese Absage an klassische Expansion löste an der Börse umgehend Kursbewegungen aus.
Effizienz vor Neubau
Mosley setzt stattdessen auf technologische Sprünge innerhalb bestehender Werke. Der Fokus liegt auf den Plattformen Mozaic 3+ und 4+, die mittels Heat-Assisted Magnetic Recording (HAMR) die Speicherdichte massiv erhöhen. Neue Standorte würden laut Management zu lange dauern und das Risiko künftiger Überkapazitäten bergen.
Die Börse quittierte die Pläne am Montag mit einem Kursrutsch von rund sieben Prozent. Inzwischen stabilisierte sich das Papier im Bereich um 810 US-Dollar. Trotz des jüngsten Rücksetzers auf aktuell 704,00 Euro hat sich der Wert seit Jahresbeginn fast verdreifacht.
Rekordwerte beim Cashflow
Die jüngsten Geschäftszahlen untermauern diesen Lauf. Der Umsatz kletterte im dritten Geschäftsquartal um 44 Prozent auf 3,1 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn verdoppelte sich parallel dazu auf rund 748 Millionen US-Dollar.
Der freie Cashflow erreichte mit 953 Millionen US-Dollar einen Höchstwert seit zehn Jahren. Um die Aktionäre am Erfolg zu beteiligen, schüttet Seagate eine Quartalsdividende von 0,74 US-Dollar je Aktie aus. Die Auszahlung ist für Juli geplant.
Gespaltene Analystenlager
Experten bewerten den Fokus auf Effizienz unterschiedlich. Loop Capital hob das Kursziel deutlich auf 1.140 US-Dollar an und empfiehlt die Aktie weiterhin zum Kauf. Andere Häuser wie die UBS bleiben bei einer neutralen Einschätzung und verweisen auf die hohe Bewertung nach der massiven Rally der vergangenen zwölf Monate.
Die Nachfrage nach Hochkapazitätsspeichern für Cloud-Rechenzentren bleibt derweil hoch. Seagate gab bekannt, dass die entsprechenden Kapazitäten bis weit in das Jahr 2027 hinein nahezu vollständig vergeben sind. Das begrenzte Angebot im Markt dürfte das Preisniveau vorerst stützen.
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