Seagate-Aktie: Von 63 auf 683 Dollar, einfach so!

Seagate verzeichnet einen spektakulären Kursanstieg, getrieben durch starke Quartalszahlen und einen optimistischen Ausblick auf anhaltendes Wachstum.

Auf einen Blick:
  • Aktie stieg in einem Jahr von rund 63 auf rund 683 Dollar
  • Q3-Umsatz 3,11 Milliarden Dollar, plus 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr
  • CEO Mosley hebt Wachstumsziel auf mindestens 20 Prozent jährlich an
  • Nearline-Kapazität bis Kalenderjahr 2027 nahezu vollständig ausgebucht

Irgendwann im vergangenen Jahr stand die Seagate-Aktie bei rund 63 Dollar. Das war kein Tiefpunkt einer kurzen Schwächephase, das war die Quittung für monatelange Nachfrageschwäche, Lagerabbau bei den Kunden und eine Branche, die schlicht zu viel produziert hatte. Heute notiert die Aktie vorbörslich bei rund 683 Dollar. Ein Jahr. Faktor zehn. Denn nach den Quartalszahlen gestern abend legte sie nach US-Börsenschluss nochmals 18 Prozent zu.

Nicht über Nacht

Was sich wie ein Lottogewinn liest, war tatsächlich ein mehrstufiger Prozess. Lange Zeit dümpelte die Aktie in einer engen Spanne, während Seagate auf bessere Zeiten wartete. Dann kam der Bruch: Cloud-Anbieter und Hyperscaler begannen wieder zu bestellen, die Lagerüberhänge lösten sich auf, und Seagate hatte die Produktion diszipliniert genug gehalten, um von der Erholung überproportional zu profitieren. Der Trend wurde steiler, dann noch steiler, zuletzt fast senkrecht.

Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis von Preisdisziplin, einem Wechsel zu Laufwerken mit höherer Kapazität und einem Kostenapparat, der bei steigenden Umsätzen kaum mitwächst.

Die Zahlen dahinter

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 3. April endete, meldete Seagate einen Umsatz von 3,11 Milliarden Dollar, 44 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die bereinigte Bruttomarge lag bei 47 Prozent, die bereinigte operative Marge bei 37,5 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie: 4,10 Dollar. Der freie Cashflow: 953 Millionen Dollar. CEO William Mosley nannte das schlicht „eines der höchsten Niveaus an freiem Cashflow, die wir je erzielt haben.“

Das Rechenzentrum war dabei das klare Schwergewicht. 88 Prozent der ausgelieferten Exabytes und 80 Prozent des Umsatzes entfielen auf dieses Segment, der Datencenter-Umsatz allein lag bei 2,5 Milliarden Dollar.

Mosley dreht auf

Was den Markt aber wohl am stärksten bewegt hat, ist nicht das abgelaufene Quartal. Es ist der Ausblick. Seagate hebt sein langfristiges Wachstumsziel auf mindestens 20 Prozent jährlich an. Für das laufende Juniquartal peilt CFO Gianluca Romano einen Umsatz von 3,45 Milliarden Dollar an, plus minus 100 Millionen, und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5 Dollar, plus minus 20 Cent. Die operative Marge soll in den unteren 40-Prozent-Bereich steigen.

Dazu kommt: Die Nearline-Kapazität ist nach Angaben des Unternehmens bis ins Kalenderjahr 2027 nahezu vollständig ausgebucht, Build-to-Order-Verträge werden bis Ende des Geschäftsjahres 2027 abgeschlossen. Mosley sprach von einem „Eintritt in eine Phase strukturellen Wachstums.“ Romano ergänzte, Seagate sei zuversichtlich, „durch das Geschäftsjahr 2027 quartalsweise Umsatzwachstum und Margenausweitung zu liefern.“

Seagate Technology Holdings plc Aktie Chart

Skepsis war teuer

Auf der Analystenkonferenz fragte Erik Woodring von Morgan Stanley, wie Agentic AI die HDD-Nachfrage begünstige. Timothy Arcuri von UBS wollte wissen, ob Seagate überhaupt Stückzahlen steigere. Mosley antwortete auf Letzteres klar: nein, Stückzahlen wachsen nicht, aber die durchschnittliche Kapazität pro Laufwerk steigt. Das ist das Modell. Mehr Terabytes pro Einheit, weniger Materialeinsatz, höhere Marge.

Wer vor einem Jahr bei 63 Dollar skeptisch war, wird das inzwischen bereuen. Wer jetzt bei 659 Dollar skeptisch ist, hat zumindest bessere Argumente.

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