Der schottische Investment Trust Scottish Mortgage hält an seiner größten Einzelposition fest — und das ausdrücklich auch nach dem Börsengang von SpaceX. Manager Tom Slater stellte in den Jahreszahlen klar: Die geschlossene Fondsstruktur erlaube es, Aktien nicht beim Listing verkaufen zu müssen. Man werde SpaceX „durch den Übergang und darüber hinaus“ halten.
Eine Ansage mit Gewicht. Scottish Mortgage investierte einst rund 150 Millionen Pfund in das Raumfahrtunternehmen. Heute ist der Anteil mehrere Milliarden wert. SpaceX soll Mitte Juni an die Börse kommen. Slater betont: „Ein Börsengang ändert den Ort, an dem Aktien gehandelt werden. Die Chance und unsere Gründe für den Besitz bleiben gleich.“
Ein Dualmonopol mit Folgen fürs Portfolio
Spacex hat sich zum mit Abstand größten Posten des Trusts entwickelt: über 19 Prozent des Fondsvermögens. Eine „höchst ungewöhnliche“ Konzentration, wie Slater selbst einräumt. Die Beteiligung legte im Geschäftsjahr um 179 Prozent zu.
Der Manager ist sich des Klumpenrisikos bewusst. Er spricht offen von „möglicher Volatilität“. Gleichzeitig argumentiert er: SpaceX sei kein reiner Luftfahrtzulieferer mehr, sondern ein „Dualmonopol“ — der dominierende Anbieter von Starts und ein globales Kommunikationsnetz mit softwareähnlichen Margen.
Die treibende Kraft dahinter: Starlink. Der Satellitendienst gewann 2025 rund 4,6 Millionen Neukunden hinzu und erreichte insgesamt neun Millionen Kunden in 35 weiteren Ländern.
Lock-Up und nächste Kandidaten
Offen bleibt, ob Scottish Mortgage nach dem IPO einer Haltefrist unterliegt. Der Trust hat noch nicht geklärt, ob für ihn die gleichen Lock-Up-Bedingungen gelten wie für andere Vor-IPO-Investoren. Üblich sind rund sechs Monate.
Einmal notiert, fließt der tägliche SpaceX-Kurs direkt in den Nettoinventarwert des Trusts. Das erhöht die sichtbare Volatilität. City-Broker Winterflood rechnet vor: Der Börsengang könnte für Scottish Mortgage einen weiteren „Aufschlag von sieben Prozent auf den NAV“ bedeuten.
SpaceX ist nicht der einzige Kandidat. Slater nannte Anthropic, Databricks, ByteDance und Stripe als realistische Börsenanwärter der kommenden Jahre. Seine Botschaft: Die privaten Beteiligungen seien keine frühen Spekulationen, sondern milliardenschwere Unternehmen mit substanziellen Umsätzen und Gewinnen.
Die Jahreszahlen untermauern die Strategie. Der Nettoinventarwert stieg um 27,4 Prozent, der Aktienkurs um 26,8 Prozent — deutlich mehr als der Vergleichsindex. Die Aktie notiert bei 18,02 Euro, nur rund vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Die Hauptversammlung findet am 2. Juli statt.
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