Scottish Mortgage zapft wieder den Aktienmarkt an — und zwar mit wachsendem Tempo. Der Investment Trust verkauft eigene Aktien mit Aufschlag auf den Nettoinventarwert, weil die Nachfrage hoch bleibt. Das ist mehr als eine technische Kapitalmaßnahme: Nach Jahren mit Abschlägen und Rückkäufen hat sich die Marktlage deutlich gedreht.
Der Kurs spiegelt diesen Stimmungswechsel. Am Freitag notiert die Aktie bei 17,64 Euro und damit auf einem neuen 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 27 Prozent zu Buche.
Neue Aktien mit Aufschlag
Am 21. Mai platzierte Scottish Mortgage 2,2 Millionen eigene Aktien zu 1.476,17 Pence je Stück. Die Ausgabe erfolgte gegen Barzahlung und mit Aufschlag auf den jeweils gültigen Nettoinventarwert.
Für bestehende Aktionäre ist dieser Punkt zentral. Werden neue Anteile oberhalb des NAV ausgegeben, steigt der Wert je bestehender Aktie leicht an. Das unterscheidet die aktuelle Phase klar von den Rückkäufen der vergangenen Jahre.
Nach der Platzierung hält der Trust noch 381.864.074 eigene Aktien im Bestand. Insgesamt sind 1.102.916.806 Aktien ausgegeben.
Bereits in den Tagen zuvor hatte Scottish Mortgage größere Tranchen am Markt platziert. Am 19. Mai gingen 1,5 Millionen Aktien zu 1.444,67 Pence an Investoren. Einen Tag später folgten 2,4 Millionen Aktien zu 1.466,46 Pence je Anteil.
Vom Abschlag zum Aufschlag
Der Wandel ist bemerkenswert. In den Jahren 2022 und 2023 handelte Scottish Mortgage über längere Zeit mit zweistelligen Abschlägen auf den Nettoinventarwert. Der Verwaltungsrat reagierte damals mit Aktienrückkäufen, um den Abstand zu verringern.
Im April nahm der Trust erstmals seit fast fünf Jahren wieder Aktienausgaben auf. Das Signal ist klar: Statt einen schwachen Kurs zu stützen, nutzt das Management nun die wiedererstarkte Nachfrage nach dem Portfolio.
Getrieben wird diese Nachfrage vor allem durch die privaten Technologie-Beteiligungen. Besonders SpaceX prägt das Bild. Die Beteiligung macht rund 19 Prozent des Nettovermögens aus und ist damit die mit Abstand größte Position.
SpaceX peilt dem Vernehmen nach einen Börsengang im Juni 2026 an. Im Raum steht dabei eine Bewertung zwischen 1,75 Billionen und 2 Billionen Dollar. Scottish Mortgage war bereits 2018 mit 200 Millionen Dollar eingestiegen und bewertet den Anteil inzwischen mit rund 3,3 Milliarden Dollar.
Private Tech-Werte treiben die Fantasie
Die Fondsmanager setzen den Wert des kombinierten SpaceX-/xAI-Komplexes mit 1,25 Billionen Dollar an. Das liegt unter spekulativeren Marktgerüchten, soll aber auf nachvollziehbaren Transaktionen am Sekundärmarkt beruhen.
Auch andere private Beteiligungen liefern Munition für die Prämie. Scottish Mortgage hält 2,1 Prozent an Anthropic, dem KI-Unternehmen hinter Claude. Dessen Bewertung liegt inzwischen bei 900 Milliarden Dollar.
Stripe ergänzt das Bild. Die Bewertung des Zahlungsdienstleisters ist auf 159 Milliarden Dollar gestiegen. Das Transaktionsvolumen legte im vergangenen Jahr um 35 Prozent auf mehr als 1,9 Billionen Dollar zu.
Der Verwaltungsrat hat sich inzwischen mehr Spielraum gesichert. Aktionäre billigten zusätzliche 250 Millionen Pfund für Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen. Damit kann der Anteil privater Beteiligungen auch über die frühere Marke von 30 Prozent steigen.
Am 2. Juli steht die Hauptversammlung in Edinburgh an. Bis dahin richtet sich der Blick vor allem auf die erwartete SpaceX-Börsenakte, die erstmals geprüfte Finanzdaten und Details zur Mittelverwendung liefern würde. Ein Lock-up von rund sechs Monaten wäre bei einem solchen Technologie-Listing nicht ungewöhnlich — für Scottish Mortgage entscheidet dann die Handelbarkeit der größten Beteiligung über den nächsten Qualitätstest des Portfolios.
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