Scottish Mortgage: 12 Prozent Minus in 30 Tagen

Der Investment-Trust verzeichnet einen Monatsverlust von zwölf Prozent, während das Management mit Aktienrückkäufen gegen den NAV-Abschlag vorgeht.

Auf einen Blick:
  • Kursverlust von zwölf Prozent
  • RSI naht Überverkauft-Marke
  • Management setzt auf Rückkäufe
  • Fokus auf agentische KI-Phase

Wachstums-Investoren bei Scottish Mortgage erleben derzeit eine harte Phase. Die Volatilität im Technologiesektor setzt dem Investment-Trust massiv zu. Am Freitag schloss das Papier bei 15,14 Euro. Das entspricht einem deutlichen Kursrückgang von knapp zwölf Prozent innerhalb der letzten 30 Tage.

Charttechnik nähert sich Extremwerten

Der aggressive Ausverkauf im Juli bringt technische Indikatoren an ihre Grenzen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) notiert aktuell bei 33,9 Punkten. Damit liegt er nur noch knapp über der Marke von 30, die Analysten klassisch als überverkauft einstufen. Die hohe Verkaufsdynamik der letzten Wochen könnte damit vorerst an einen Erschöpfungspunkt gelangt sein.

Das Management reagiert unterdessen auf den hohen Abschlag zum Nettoinventarwert (NAV). Dieser lag Ende Juli bei rund 9,2 Prozent. Der Vorstand nutzt deshalb weiterhin Aktienrückkäufe. Diese Maßnahme soll den Kurs stützen und die Lücke zwischen Börsenwert und dem Wert der tatsächlichen Beteiligungen schließen.

Fokus auf die nächste KI-Phase

Stellvertretender Manager Lawrence Burns blickt über die kurzfristigen Marktschwankungen hinweg. Er sieht den Beginn einer neuen Phase der Künstlichen Intelligenz. In dieser sogenannten agentischen Ära verlagert sich die Wertschöpfung von reiner Chip-Hardware hin zu Software-Agenten. Diese Programme sollen künftig komplexe Aufgaben eigenständig ausführen. Der Trust richtet sein Portfolio bereits auf diesen technologischen Umbruch aus.

Ein wichtiger Stabilitätsfaktor bleibt die verlässliche Dividendenpolitik. Scottish Mortgage hat seine Ausschüttung seit 43 Jahren in Folge gesteigert. Das ist ein seltener Rekord für eine Beteiligungsgesellschaft, die sich primär auf wachstumsstarke Technologieaktien konzentriert.

Die Aktie notiert derzeit nur noch 1,8 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 14,87 Euro. Diese Linie dient im aktuellen Marktumfeld als entscheidende langfristige Unterstützung. Investoren achten nun darauf, ob dieses Level im zweiten Halbjahr verteidigt werden kann.

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