Scottish Mortgage Investment Trust kauft eigene Aktien zurück – Tag für Tag, mit fast schon mechanischer Konsequenz. Der Grund: Der Fonds notiert rund 11 Prozent unter seinem Nettoinventarwert. Diese Lücke will das Management aktiv schließen.
Zwei Tage, eine Million Aktien
Am Dienstag hat der Trust 500.000 Stammaktien zu je 1.322,87 Pence erworben. Einen Tag zuvor, am Montag, waren es dieselbe Stückzahl zu 1.333,10 Pence. Zwei nahezu identische Transaktionen innerhalb von 48 Stunden.
Die Wirkung zeigt sich in den Bestandszahlen. Der Trust hält inzwischen 412.058.993 Aktien im eigenen Bestand. Im Umlauf verbleiben noch 1.072.721.887 Aktien. Der Vorstand behandelt Rückkäufe als zentrales Instrument gegen den Discount – ein Kurs von aktuell 15,56 Euro bestätigt, dass die Lücke zum inneren Wert noch nicht geschlossen ist.
SpaceX dominiert das Portfolio
Während die Rückkäufe laufen, richtet sich der Blick der Anleger zunehmend auf die Struktur des Portfolios. SpaceX macht mittlerweile etwa 25,7 Prozent des gesamten Fondsvermögens aus. Eine derart hohe Konzentration in einem einzelnen, nicht börsennotierten Unternehmen bringt zusätzliche Schwankungsanfälligkeit mit sich.
Die Fondsmanager bei Baillie Gifford haben solche Positionen in der Vergangenheit verteidigt, wenn sie außergewöhnliches Wachstum widerspiegeln. Ob das für SpaceX auch künftig gilt, bleibt eine Wette auf ein einzelnes Unternehmen.
Der nächste strategische Schritt: die „Agentic Era“
Baillie Gifford blickt bereits über die aktuelle KI-Infrastruktur hinaus. Stellvertretender Manager Lawrence Burns spricht von der „Agentic Era“ der künstlen Intelligenz. Gemeint sind Unternehmen, die autonome KI-Agenten für komplexe Aufgaben ermöglichen – nicht mehr nur die Chips und Rechenzentren dahinter.
Diese Neuausrichtung soll die nächste Welle der Disruption in digitalen Finanzdienstleistungen und KI-gestützten Anwendungen erfassen. Der Trust positioniert sich damit für eine Phase, die über reine Infrastruktur-Wetten hinausgeht.
Der Kurs liegt derzeit 20,18 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 19,50 Euro, erreicht Ende Mai. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 23,14 Prozent zu Buche – der langfristige Trend bleibt intakt, auch wenn Discount und Konzentrationsrisiko kurzfristig für Druck sorgen.
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