Oliver Gregson, Wealth-Management-Chef bei Schroders, kündigte gegenüber der Financial Times eine strategische Offensive an: Der britische Vermögensverwalter erwägt Übernahmen und plant über die kommenden fünf Jahre signifikante Investitionen in das Geschäftsfeld. Im Mittelpunkt der Initiative steht die verstärkte Ausrichtung auf extrem vermögende Privatkunden.
Neben gezielten Zukäufen beabsichtigt das Traditionshaus, die Tochtergesellschaft Cazenove Capital sowie die internationalen Aktivitäten kontinuierlich auszubauen. Mit der Offensive reagiert Schroders auf den strukturellen Wandel in der Vermögensverwaltung. Beratungsintensive Dienstleistungen für hochvermögende Kunden bieten im Vergleich zum volatilen Massengeschäft mit Publikumsfonds stabilere Margen und verlässlichere Gebühreneinnahmen.
Kursentwicklung und Marktreaktion
An der Börse reagieren die Anleger heute zurückhaltend. Die Aktie notiert bei 6,78 Euro, was einem Tagesverlust von 1,7 Prozent entspricht. Trotz dieses jüngsten Rücksetzers behauptet der Titel seinen übergeordneten Aufwärtstrend: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Wertzuwachs von 43 Prozent.
Portfoliobereinigung und Kapitalrückflüsse
Während die Führungsspitze die strategische Neuausrichtung vorantreibt, vollziehen sich auch in den von Schroders betreuten Spezialfonds spürbare Veränderungen. Das Management setzt in mehreren Vehikeln auf Portfoliobereinigungen sowie Kapitalrückzahlungen, um bestehende Bewertungsabschläge an den Märkten abzubauen.
Für den Schroders Capital Global Innovation Trust wurden am Freitag die finalen Konditionen für ein öffentliches Rückkaufangebot festgelegt. Das für die Aktionäre bereitgestellte Volumen beläuft sich abzüglich der Kosten auf 28 Millionen Pfund.
Die Liquidität für diese Maßnahme stammt aus erfolgreichen Exits bei Portfoliounternehmen im Technologie- und Gesundheitssektor. Dazu zählen Verkäufe von Beteiligungen wie Bluewater Bio und Autolus Therapeutics sowie Meilensteinzahlungen. Zudem sicherte sich Ipsen das Hauptprogramm von Memo Therapeutics gegen eine Vorabzahlung, während Neurona Therapeutics an den Konzern UCB veräußert wurde.
Die Frist für das Rückkaufangebot endet am 23. September. Zeitgleich schreitet die Neuordnung im Asien-Geschäft voran: Bei der Schroder Asian Total Return Investment Company steht bis Ende September die Fusion mit dem Pacific Assets Trust an, nachdem die Gesellschaft zum Halbjahr eine Gesamtrendite auf den Nettoinventarwert von 34,4 Prozent erzielt hatte.
Flankiert werden diese operativen Schritte von Mitteilungen über Veränderungen im Aktionariat von Schroders, bei denen Meldepflichten nach dem Überschreiten relevanter Stimmrechtsschwellen ausgelöst wurden.
Die Kombination aus gezielter Portfolioarbeit bei den betreuten Fonds und der strategischen Offensive im Wealth Management unterstreicht den Anspruch des Konzerns, seine Marktstellung im hochprofitablen Segment der Vermögensverwaltung weiter zu festigen.
Schroders-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Schroders-Analyse vom 21. September liefert die Antwort:
Die neusten Schroders-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Schroders-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
