Die Entscheidung ist gefallen. Nach 222 Jahren gibt die Gründerfamilie Schroder ihre Kontrolle über den britischen Vermögensverwalter auf. Der Verkauf an den amerikanischen Konkurrenten Nuveen markiert das Ende einer Ära für einen der bekanntesten Namen der Londoner City.
Die Familie hielt bislang rund 42 % der Anteile an Schroders. Genau dieser Anteil galt lange als Hindernis für einen Verkauf. Jetzt aber haben sich die Schroder-Erben zum Ausstieg entschieden. Die Begründung ist einfach: Ohne starke US-Präsenz sah man das langfristige Überleben des Unternehmens gefährdet.
Der Deal mit Nuveen schafft einen der weltgrößten aktiven Vermögensverwalter mit 2,5 Billionen Dollar unter Verwaltung. Trotzdem bleibt man hinter den sieben größten US-Playern zurück, angeführt von BlackRock und Vanguard. CEO Richard Oldfield spricht dennoch von einem „Powerhouse“. Die informellen Gespräche zwischen ihm und Nuveen-Chef Bill Huffman begannen bereits Ende letzten Jahres, bevor im Januar das konkrete Angebot folgte.
Europas Vermögensverwalter unter Druck
Der Schroders-Verkauf ist nur der Anfang. Analysten erwarten weitere Übernahmen in Europas zersplitterter Fondsbranche. Die zehn größten europäischen Player verwalten zusammen nur ein Viertel der regionalen Vermögen. Morningstar-Analyst Johann Scholtz nennt bereits Namen wie Jupiter, Liontrust oder die deutsche Traditionsbank Berenberg als mögliche Übernahmekandidaten.
Das Problem für europäische Häuser ist strukturell. US-Konkurrenten mit ihren kostengünstigen Passivprodukten setzen die klassischen Stock-Picker unter Druck. Ein Index der größten US-Vermögensverwalter legte in den letzten fünf Jahren um 40 % zu und ließ viele europäische Wettbewerber weit hinter sich.
Schroders versicherte der britischen Regierung, dass der Hauptsitz außerhalb der USA für mindestens fünf Jahre in London bleiben wird. Ob das die City beruhigt, bleibt fraglich. Ein weiteres FTSE-100-Unternehmen verschwindet durch ausländische Übernahme. Der Name Schroders soll vorerst erhalten bleiben, und ein Familienmitglied arbeitet noch im Londoner Büro. Sogar das Mitarbeitercafé trägt weiter den Namen Bruno, benannt nach dem 2019 verstorbenen Ur-Ur-Enkel des Firmengründers. Mehr als Symbolik bleibt davon allerdings nicht.
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