Schneider Electric macht Ernst bei der Shelly-Übernahme. Der französische Technologiekonzern und die bulgarische Shelly Group haben eine Investitionsvereinbarung unterzeichnet, die den Weg für ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot ebnet. Pro Aktie will Schneider Electric 70 Euro zahlen — das entspricht einer Bewertung von knapp 1,3 Milliarden Euro.
Bloomberg hatte bereits im Juli über mögliche Gespräche berichtet, damals noch mit offenem Ausgang. Jetzt liegt die Vereinbarung vor. Der Shelly-Vorstand hat bereits eine vorläufige Einschätzung abgegeben, wonach das Angebot im Interesse von Unternehmen, Aktionären und Mitarbeitern liege — die Gründer Dimitar Stoyanov Dimitrov und Svetlin Iliev Todorov, größte Anteilseigner des Unternehmens, stehen dem Vorhaben demnach positiv gegenüber.
Smart-Home-Portfolio als strategischer Baustein
Shelly ist auf vernetzte Haushaltsgeräte spezialisiert: intelligente Sensoren, Beleuchtungssysteme und smarte Steckdosen gehören zum Kerngeschäft des Unternehmens aus dem Bereich Internet der Dinge.
Für Schneider Electric passt der Zukauf zur eigenen Strategie, das Geschäft mit Smart-Home-Technik auszubauen. Die Bulgaren sollen das EcoStruxure-IoT-Ökosystem ergänzen, das nach Unternehmensangaben bereits an rund 480.000 Standorten weltweit im Einsatz ist.
Damit das Vorhaben tatsächlich zustande kommt, muss Schneider Electric am Ende mindestens 95 Prozent der Shelly-Anteile halten, direkt oder mittelbar. Hinzu kommt: Das Angebot ist bislang nicht bei der bulgarischen Finanzaufsicht registriert, die eine Veröffentlichung noch aussetzen oder untersagen könnte. Reine Formsache dürfte das aber kaum sein — die Rückendeckung durch Gründer und Vorstand signalisiert, dass der Deal auf breite Zustimmung trifft.
Die Shelly-Aktie, notiert sowohl in Sofia als auch im Frankfurter SDax, reagierte prompt und zog im Verlauf des Handelstages deutlich an. Für Schneider Electric selbst bewegte sich die Aktie an der Pariser Börse dagegen kaum spürbar — ein Signal, dass der Markt den Zukauf als überschaubares, strategisch sinnvolles Investment einordnet, nicht als Kurswechsel für den Gesamtkonzern.
Ausständig bleibt die Registrierung bei der bulgarischen Finanzaufsicht sowie die üblichen regulatorischen Freigaben. Erst wenn diese Hürden genommen sind, kann das eigentliche Übernahmeangebot formell an die Shelly-Aktionäre gehen.
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