Bessere Margen, schwächerer Kurs — bei Scandic Hotels passen Zahlen und Marktreaktion auf den ersten Blick nicht zusammen. Der schwedische Hotelbetreiber legte am Mittwoch ein Quartal mit spürbar verbesserter Profitabilität vor. Die Aktie reagierte dennoch mit einem kräftigen Kursrutsch von rund acht Prozent und rutschte damit nahe an ihr Jahrestief.
Der Grund liegt nicht in den Konzernzahlen insgesamt, sondern in einem einzelnen Markt. Finnland bremst die sonst positive Entwicklung seit Monaten aus, und die Erholung dort dauert länger als vom Management erwartet.
Finnland reißt Löcher in die Bilanz
Während Schweden, Norwegen und Dänemark im zweiten Quartal zulegten, brach das Finnland-Geschäft ein. Die Nettoumsätze dort sanken auf 1.051 Millionen schwedische Kronen von 1.156 Millionen im Vorjahr, das bereinigte EBITDA fiel von 142 auf 58 Millionen Kronen. Die Marge schrumpfte von 12,3 auf 5,5 Prozent.
Verantwortlich sind laut Unternehmen eine schwache Firmenkundennachfrage, softere Preise und hohe Fixmieten. Hinzu kommt die Renovierung des Marina Congress Center in Helsinki, dem größten Haus der Gruppe in der Stadt, die noch bis Jahresende andauert. Norwegen wiederum litt unter einem sechswöchigen Streik der Hotelbelegschaft, der laut Management rund 100 Millionen Kronen Umsatz kostete — Scandic will dabei aber Marktanteile gewonnen haben, weil der Streik einen größeren Teil des eigenen Portfolios traf als bei Wettbewerbern.
Schweden lieferte im Gegenzug das stärkste Bild der Gruppe: Die Marge kletterte von 15,6 auf 18,2 Prozent, getragen von einem Occupancy-Plus von 7,5 Prozent und einer RevPAR-Steigerung von 7,6 Prozent. Auch das Segment Andere Europa, das die Dalata-Aktivitäten umfasst, wuchs mit steigenden Margen.
Konzernzahlen im Rahmen der Erwartungen
Auf Konzernebene stiegen die Nettoerlöse um 3,5 Prozent auf umgerechnet rund 6,0 Milliarden Kronen. Das bereinigte EBITDA kletterte auf 796 Millionen Kronen, die Marge verbesserte sich von 12,5 auf 13,3 Prozent. Der freie Cashflow lag mit 532 Millionen Kronen im Quartal etwas unter dem Vorjahreswert von 709 Millionen, bedingt durch Kalendereffekte bei Mietzahlungen.
Die Bilanz bleibt solide: Die Nettoverschuldung liegt bei nur 276 Millionen Kronen, der Verschuldungsgrad sank auf das 0,1-Fache des EBITDA. Nach dem Quartal sicherte sich Scandic eine neue Finanzierungsvereinbarung über 7,5 Milliarden Kronen, die die geplante Übernahme von Dalata Hotel Operations absichern soll. Der Deal soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Parallel treibt Scandic die Expansion voran. Die Marke Scandic Go wuchs im Quartal auf acht Häuser, unter anderem mit den ersten beiden Standorten in Finnland. Insgesamt umfasst die Pipeline inklusive Dalata rund 20 Hotels mit knapp 4.700 Zimmern, langfristig hält der Konzern am Ziel von 10.000 zusätzlichen Zimmern bis 2030 fest — ohne Dalata gerechnet.
Für das dritte Quartal rechnet das Management mit einer Belegung auf Vorjahresniveau und höheren Zimmerpreisen, gestützt auf eine bislang starke Buchungslage seit Anfang Juli. Für Finnland erwartet Scandic im zweiten Halbjahr eine Stabilisierung auf dem Niveau von 2025, mit Margen wieder oberhalb von 13 Prozent.
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