Ein Secondhand-Laden, der jährlich über eine Milliarde Pfund gebrauchte Ware verarbeitet, steht vor einer knappen Aufgabe: Millionen Kleidungsstücke wöchentlich fair bepreisen, ohne dass Mitarbeiter jedes Teil einzeln bewerten müssen. Savers Value Village hat dafür jetzt eine Antwort präsentiert — und liefert gleichzeitig Quartalszahlen, die zeigen, dass sich der Umbau bereits auszahlt.
ThriftIQ soll Preisfindung neu ordnen
Der Thrift-Einzelhändler hat mit ThriftIQ eine eigene Plattform gestartet, die Preisentscheidungen für die Herren- und Damenbekleidung automatisiert. Entwickelt wurde das System zusammen mit der Datenanalyse-Firma Kaizen Analytix, basierend auf firmeneigenen Datensätzen, die seit knapp zwei Jahren aufgebaut werden. In 58 Pilotfilialen hat die Software bereits mehr als 25 Millionen Artikel über 45.000 Marken hinweg bepreist — die Zahl soll sich bis Jahresende verdoppeln.
CEO Mark Walsh betont, es handle sich nicht um dynamische Preisgestaltung: Ist ein Teil einmal etikettiert, ändert sich der Preis nicht mehr. Trotzdem meldet das Unternehmen in den Pilotfilialen spürbare Effekte — höhere Verkaufsraten, größere Warenkörbe und einen um rund 100 Basispunkte stärkeren Bruttogewinn im Vergleich zu Nicht-Pilotstandorten. Die durchschnittliche Preisersparnis zum traditionellen Einzelhandel bleibt dabei bei 40 bis 70 Prozent bestehen. Bis Anfang 2028 soll die Technologie auf weitere Filialen in den USA und Kanada ausgerollt werden.
Zahlen bestätigen den Trend
Der Rollout fällt in eine Phase solider Geschäftsentwicklung. Im zweiten Quartal stieg der Nettoumsatz um 7,4 Prozent auf 448,2 Millionen Dollar, getrieben von einem US-Vergleichsumsatzwachstum von 6,6 Prozent. Der Nettogewinn kletterte auf 21,6 Millionen Dollar beziehungsweise 0,14 Dollar je Aktie, nach 18,9 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.
Das bereinigte EBITDA erreichte 74,5 Millionen Dollar — das dritte Quartal in Folge mit Wachstum gegenüber dem Vorjahr, bei einer Marge von 16,6 Prozent. Finanzchef Michael Maher verwies zudem auf eine neue erste Filiale in North Carolina mit einer nach eigenen Angaben rekordverdächtigen Eröffnung. Mit 375 Filialen zum Quartalsende setzt das Unternehmen seinen Expansionskurs unvermindert fort.
Das Management hat die Jahresprognose für 2026 wegen der starken ersten Jahreshälfte angehoben und rechnet damit, binnen drei Jahren eine EBITDA-Marge im hohen einstelligen bis niedrigen zwanziger Bereich zu erreichen. Maher bezeichnete ThriftIQ als „nächstes Kapitel“ der langfristigen Strategie — ein Baustein, der laut Unternehmen fest im weiteren Wachstumsplan verankert ist.
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