Nach den Quartalszahlen am Donnerstag reißt der Strom positiver Analystenkommentare bei Sartorius nicht ab. Die Vorzugsaktie markierte zeitweise ein neues Jahreshoch, und am Freitag schiebt vor allem eine Hochstufung die Stimmung weiter an.
RBC macht den größten Sprung
Die kanadische Bank RBC hebt Sartorius von „Sector Perform“ auf „Outperform“ und das Kursziel von 220 auf 330 Euro. Analyst Charles Weston verweist auf verbesserte Geschäftsentwicklung und einen besseren Ausblick in den vergangenen Quartalen. Aus dem Gegenwind durch die Wechselkurse sei Rückenwind geworden.
Für 2027 erwartet Weston eine Beschleunigung des Wachstums. Er sieht daher bei Sartorius und der Tochter Sartorius Stedim Biotech weiteren Spielraum nach oben. Für Stedim bleibt es bei „Outperform“, auch dort wurde das Kursziel angehoben.
Laborgeschäft als Treiber
Die übrigen Häuser setzen ebenfalls auf die Laborsparte. Jefferies bestätigt die Kaufempfehlung mit einem Ziel von 307 Euro und spricht von einem starken dritten Quartal. Im Laborgeschäft seien die Erwartungen deutlich übertroffen worden.
JPMorgan bleibt bei „Overweight“ und einem Ziel von 295 Euro. Der Umsatz lag laut Analyst Richard Vosser drei Prozent über den Erwartungen. Auch das operative Wachstum bei Bioprocess Solutions stimme zuversichtlich.
Barclays und die LBBW raten ebenfalls zum Kauf. Sie haben ihre Kursziele auf 320 beziehungsweise 305 Euro angehoben.
Etwas zurückhaltender gibt sich Goldman Sachs. Die Bank hebt das Ziel von 244 auf 258 Euro, belässt die Einstufung aber bei „Neutral“. Die Sparte Lab Products & Services beginne, zum Profiteur der KI-gestützten Medikamentenforschung zu werden, schreibt James Quigley. Bioprocess Solutions laufe solide.
Spanne spiegelt unterschiedliche Erwartungen
Das Analystenbild bleibt positiv, ist aber nicht einheitlich: Die Kursziele reichen von 258 bis 330 Euro. Der Abstand zeigt, wie unterschiedlich die Häuser das Potenzial der Laborsparte und den Wachstumsschub 2027 gewichten. Goldman sieht vor allem die KI-Chance im Laborgeschäft, RBC setzt auf Währungen und eine breitere Beschleunigung.
Am Donnerstag hatte die Aktie nach den Zahlen zeitweise fast sieben Prozent zugelegt. Der Aufwärtsschwung stützt sich damit auf überraschend starke Laborerlöse und ein Bioprozessgeschäft, das sich laut mehreren Analysten stabilisiert.
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