Während viele Unternehmen derzeit vor allem über KI-Assistenten und autonome Software-Agenten sprechen, rückt SAP einen anderen Baustein in den Mittelpunkt: das ERP-System. So würden Enterprise-Resource-Planning-Systeme im Zeitalter der agentischen KI sogar noch wichtiger, heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Blogbeitrag des deutschen Softwarekonzern.
Denn intelligente KI-Agenten könnten nur dann eigenständig Entscheidungen treffen und Aufgaben ausführen, wenn sie auf hochwertige, aktuelle und strukturierte Unternehmensdaten zugreifen können.
SAP-Aktie: KI ist nur so gut wie ihre Daten
SAP argumentiert, dass ERP-Systeme künftig zur zentralen Daten- und Steuerungsplattform für KI-Agenten werden. Während heutige KI-Modelle vor allem Inhalte erstellen oder Fragen beantworten, sollen agentische KI-Systeme künftig selbstständig Bestellungen auslösen, Lieferketten optimieren, Wartungen planen oder Finanzprozesse steuern.
Dafür benötigen sie jedoch einen zuverlässigen Zugriff auf Unternehmensdaten in Echtzeit. Genau hier sieht SAP seinen größten Wettbewerbsvorteil, da die ERP-Systeme des Konzerns bereits heute die Geschäftsprozesse tausender Unternehmen weltweit abbilden.
Nach Ansicht des Dax-Konzerns verschiebt sich der Fokus deshalb von der Entwicklung immer leistungsfähigerer Sprachmodelle hin zur intelligenten Verknüpfung von KI mit den operativen Abläufen eines Unternehmens. Die eigentliche Wertschöpfung entsteht demnach nicht durch den Chatbot selbst, sondern dadurch, dass KI direkt in Einkauf, Produktion, Logistik oder Buchhaltung eingebunden wird und dort eigenständig Prozesse ausführen kann.
Für SAP eröffnet dieser Wandel erhebliche Wachstumsmöglichkeiten. Je mehr Unternehmen KI-Agenten produktiv einsetzen möchten, desto wichtiger könnten integrierte ERP-Plattformen als Datenbasis und Kontrollinstanz werden. Gleichzeitig dürfte dies den Wechsel vieler Kunden auf die moderne Cloud-ERP-Lösung des Konzerns beschleunigen.
SAP-Aktie in der Krise
Zur Einordnung: Die SAP-Aktie geriet in den letzten anderthalb Jahren stark unter Druck, auch wegen der verfehlten Erwartungen im wichtigen Cloud-Geschäft und der hohen Investitionen in die Umstrukturierung. Zudem lässt die breite Umstellung der Wirtschaft auf KI Zweifel aufkommen, ob das traditionelle SAP-Geschäftsmodell noch zukunftsfähig ist. Daher versucht der Konzern seit Monaten, das eigene Potenzial für das KI-Zeitalter zu betonen.
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