SAP-Aktie: Das soll es nicht gewesen sein!

Die Aktie von SAP hat auf die Quartalzahlen mit einem satten Kursaufschlag reagiert. Fast alle Analysten erwarten noch mehr. Nur ein Kursziel passt nicht ins Bild.

Auf einen Blick:
  • Die SAP-Aktie setzt am Montag ihre am Freitag begonnene Erholung fort
  • Es ist die Reaktion auf den jüngsten Quartalsbericht des Softwarekonzerns
  • Die meisten Analysten rüttelten nicht an ihren optimistischen Prognosen
  • Nur die DZ Bank sieht die Lage kritisch – sie kürzte ihr Kursziel auf 120 Euro

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Aktie von SAP ist zurück, ein bisschen zumindest. Nachdem die Papiere des Walldorfer Softwarekonzerns über Monate beständig an Wert verloren hatten, brachten die Quartalszahlen vom Donnerstag nach Börsenschluss offenbar die Wende. Von zuvor 128,72 Euro in Frankfurt, schoss die SAP-Aktie am Freitag um letztlich 9,7 Prozent auf 141,28 Euro. Am Montag im frühen Handel ging es weiter aufwärts auf aktuell knapp 145 Euro. Und das soll es nicht gewesen sein – glaubt zumindest die Analystenmehrheit.

Cloudwachstum bei SAP übertrifft Erwartungen

Besonders im Fokus der Anleger stand die Steigerung bei Cloud- und Softwareerlösen von SAP, diese beliefen sich auf 8,85 Milliarden Euro (plus 11,1 Prozent), mehr als prognostiziert. Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 war von 9,03 Milliarden Euro auf 9,88 Milliarden Euro gestiegen und lag damit laut Der Aktionär ebenfalls knapp über der Schätzung von 9,85 Milliarden Euro. „Mit dem Anstieg des bereinigten operativen Gewinns um 6,8 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro lag SAP unter dem Analystenkonsens von 2,91 Milliarden Euro“, hieß es. Die Jahresprognose wurde leicht nach unten angepasst.

„Auch in diesem Quartal haben wir ein starkes Wachstum beim Current Cloud Backlog erzielt. Währungsbereinigt ist er um 26 % gestiegen“, kommentierte SAP-CEO Christian Klein das Ergebnis. Dieses werde „durch unsere Strategie für das autonome Unternehmen gestützt, in deren Rahmen unsere SAP Autonomous Suite und SAP Business AI Platform auf große Resonanz stoßen“.

Kursziel für SAP-Aktie bis 210 Euro

Besonders zuversichtlich zeigte sich Charles Brennan vom Analysehaus Jefferies: Er hat die Einstufung für SAP am Freitag auf „Buy“ mit einem Kursziel von 210 Euro belassen, sieht aktuell also noch knapp 50 Prozent Aufwärtspotenzial bei der Aktie. Der Bestand an Cloud-Aboverträgen (CCB) sei höher als von ihm und vom Markt erwartet ausgefallen, schrieb er laut finanzen.net in einer am Freitag vorliegenden Studie. Dies deute auf „eine starke Auftragsentwicklung im zweiten Quartal hin und sollte der Aktie angesichts ihrer niedrigen Bewertung kurzfristig einen Schub verpassen“.

Ähnlich optimistisch ist Johannes Schaller von Deutsche Bank Research: Der Softwarekonzern habe ein starkes zweites Jahresviertel hinter sich, schrieb er nach den Quartalszahlen. Dies stütze seine Einschätzung, dass sich sowohl der Cloud-Umsatz als auch das währungsbereinigte Wachstum von SAP 2027 beschleunigen dürften. Schaller beließ die Einstufung für SAP ebenfalls auf „Buy“, die Prognose beließ er bei 200 Euro.

JP Morgan mit etwas niedrigerer Prognose

Doch nicht alle institutionellen Beobachter sind so euphorisch: Die US-Bank JPMorgan etwa hat SAP nach den Quartalszahlen auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro belassen, was jedoch immerhin gut 20 Prozent Luft nach oben verspricht. Während der aktuelle Cloud-Auftragsbestand von 26 Prozent über den Erwartungen liege, stellten das schwächere Ergebnis (Ebit) und der Margenrückgang letztlich eine negative Überraschung dar, merkte Toby Ogg an. Allerdings setze das Ebit-Ziel für 2026 voraus, dass sich das Gewinnwachstum in der zweiten Jahreshälfte beschleunigen werde.

  • Damit allerdings war der US-Analyst nicht der skeptischste unter den Beobachtern
  • Armin Kremser von der DZ Bank hält die Walldorfer aktuell für sogar überbewertet

DZ-Analyst rät zum Verkauf von SAP

Der DZ-Analyst jedenfalls kürzte den fairen Wert für die SAP-Aktie von ohnehin bescheidenen 130 auf 120 Euro, die Einstufung beließ er auf „Verkaufen“. Trotz plangemäßer Cloudumsätze im Rahmen des Konsens belasteten anorganische Effekte die operative Marge, was zu einer leichten Senkung des Ergebnisausblicks 2026 führe, wie Kremser am Freitag schrieb. Bislang allerdings fand er mit seinen mahnenden Worten an den Märkten kein Gehör.

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