SAP-Aktie: „Ein Signal!“

Die Aktie von SAP hat sich nach Zahlen im Juli wieder deutlich erholt. Ob das im August so weitergeht? Die Analysten haben extrem unterschiedliche Kursziele aufgerufen.

Auf einen Blick:
  • Der Juli war für die SAP-Aktie letztlich ein sehr erfolgreicher Monat
  • Ob das im August wiederholt werden wird, ist aber ungewiss
  • Die Analysten liegen mit ihren Prognosen weit auseinander
  • Die Kursziele für die Münchner reichen von 120 bis 215 Euro

Liebe Leserin, lieber Leser,

wirklich beschweren können sich Anleger über die Kursentwicklung bei der SAP-Aktie im Juli nicht. Am letzten Handelstag im Juni waren für die Papiere des Walldorfer Software-Konzerns auf Tradegate knapp 135 Euro aufgerufen worden. Bei 159,40 Euro beendete sie schließlich den Monat, was einem Aufschlag von fast 20 Prozent entspricht. Und doch blieb schlussendlich ein kleiner Wermutstropfen, denn zwischenzeitlich war die SAP-Aktie sogar 164,72 Euro wert, bevor es wohl zu ersten Gewinnmitnahmen kam. Wie wird sich der Titel im August und danach entwickeln? Die Meinungen gehen auseinander.

SAP Aktie Chart

SAP überzeugte mit Quartalsbericht

Denn nach den Quartalszahlen, die SAP am 23. Juli vorgelegt hatte, reagierten die Anleger zunächst noch zögerlich – doch dann kannten die Märkte tagelang kein Halten mehr. Bis zum Mittwoch eben, als erwähntes Zwischenhoch erreicht war. „Das zweite Quartal kann die zuletzt spürbaren Bedenken rund um das Trendthema Künstliche Intelligenz etwas mildern“, sagte Analyst Oliver Frey von der Privatbank Metzler laut tagesschau.de. Auch Charles Brennan vom Investmenthaus Jefferies wertete die Entwicklung bei SAP demnach „als Signal gegen die zuletzt verbreitete Zurückhaltung der Anleger“.

In den vergangenen Monaten waren Softwareaktien – und damit insbesondere SAP – massiv unter Druck geraten. Anleger fragten sich dem Bericht zufolge, ob Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz klassische Softwaremodelle untergraben könnten. Die Befürchtung: Wenn KI-Systeme bestimmte Aufgaben übernehmen, könnten Unternehmen weniger Bedarf an herkömmlichen Softwarelösungen haben“, hieß es. Um dann Entwarnung zu geben: „Die SAP-Zahlen liefern nun ein Gegenargument.“

SAP-Kursziele gehen weit auseinander

Man habe im zweiten Quartal „erneut starke Ergebnisse geliefert und trotz eines unbeständigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds ein kontinuierliches Wachstum beim Current Cloud Backlog und Free Cashflow erzielt“, betonte Dominik Asam, Finanzvorstand von SAP. Diese Ergebnisse spiegeln ihm zufolge „die disziplinierte Umsetzung unserer Strategie und unsere Fähigkeit wider, die operativen Ziele zu erreichen“. Dabei triebe SAP seine eigene Entwicklung zu einem autonomen Unternehmen energisch voran und nutze eigene KI-Lösungen, um sowohl die Effizienz als auch die Produktivität zu steigern.

Das sahen offenbar auch eine Reihe von Analysten so, die sich insbesondere in der vergangenen Woche mit Neueinschätzungen nach vorne wagten. Laut finanzen.net kamen sie allerdings zu ganz unterschiedlichen Prognosen:

  • Jefferies: 210,00 EUR, +31,91%
  • JP Morgan: 175,00 EUR, +9,92%
  • Goldman Sachs: 215,00 EUR, +35,05%
  • UBS: 164,00 EUR, +3,02%

UBS und Goldman Sachs würden kaufen

Die UBS etwa hatte die Einstufung für SAP zwar auf „Buy“, das Kursziel allerdings lediglich bei 164 Euro belassen. Die beschleunigte Zunahme des kurzfristigen Cloud-Vertragsbestands (Current Cloud Backlog) sorge für Zuversicht, schrieb Michael Briest in seiner Analyse zu den Quartalszahlen des Softwareherstellers. Viel Luft nach oben erkennt der Analyst der schweizer Bank indes bei der Aktie nicht mehr.

Ganz anders als Mohammed Moawalla von der US-Investmentbank Goldman Sachs: Er hat seine Prognose für SAP nach Zahlen zum zweiten Quartal zwar von 230 auf 215 Euro gesenkt, die Einstufung angesichts von 35 Prozent erwartetem Kurszuwachs aber ebenfalls auf „Buy“ belassen. Der Bestand an Cloud-Aboverträgen habe sich

  • „als robust erwiesen“, schrieb er vor einer Woche in seine Nachbetrachtung
  • zudem sei die Produkt-Pipeline trotz gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten stark

DZ Bank erwartet Kurssturz bei SAP

Völlig aus der Reihe tanzt dagegen Armin Kremser von der DZ Bank: Trotz plangemäßer Cloudumsätze im Rahmen des Konsens belasteten anorganische Effekte die operative Marge von SAP, was zu einer leichten Senkung des Ergebnisausblicks 2026 führe, wie er nach den Zahlen schrieb. Der DZ-Analyst daraufhin sein bescheidenes Kursziel für SAP von 130 auf nur noch 120 Euro. Er beließ die Einstufung auf „Verkaufen“, steht mit dieser Einschätzung allerdings ziemlich alleine da.

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