Liebe Leserin, lieber Leser,
es ist gut eine Woche her, dass Software-Riese SAP seine Quartalszahlen vorlegte – und die Anleger mit massiven Verkäufen reagierten. Trotz eines insgesamt mindestens soliden Ergebnisses, sorgte das lahmende Cloud-Geschäft offenbar für Sorgen. Von zuvor noch 196 Euro wurde die Aktie bis auf 162 Euro durchgereicht, fing sich aber alsbald wieder. 178,50 Euro standen im Laufe des Mittwochs bei SAP wieder auf dem Kurszettel, doch dann begann erneut eine Verkaufswelle. Dabei hatte doch erst am Tag zuvor der nächste Analyst als Mutmacher agiert.
Berenberg bestätigt SAP-Kursziel von 250 Euro
Dieses Mal war es Nay Soe Naing von der Privatbank Berenberg, der seine Einstufung für SAP nach Zahlen mit einem Kursziel von 250 Euro auf „Buy“ belassen hatte. Der Analyst veröffentlichte am Dienstag seine „Einkaufsliste“ für die zuletzt arg von KI-Sorgen gebeutelte Softwarebranche, wie es hieß. Seiner Einschätzung nach werden die Auswirkungen durch Künstliche Intelligenz deutlich nuancierter ausfallen, als es der „wahllose Abverkauf“ der Aktien vermuten lasse.
KI werde momentan als „existenzielles Risiko eingepreist“, was bei einigen Unternehmen gute Bewertungschancen biete, so Naing. Seine Top-Favoriten sind Atoss Software, CrowdStrike, Nemetschek, Planisware und Zscaler. Auch SAP aber rage „positiv heraus“, betonte er. Und so sieht er bei der Aktie ein Aufwärtspotenzial von annähernd 50 Prozent.
SAP Aktie Chart
Auch andere Experten mit Kaufempfehlungen
Der Berenberg-Analyst ist nicht der erste, der den Abverkauf nach den Quartalszahlen nicht versteht, erreichte SAP nach eigenen Angaben doch seine Umsatzziele und übertraf den Ausblick für das Betriebsergebnis (Non-IFRS) und den Free Cashflow für das Gesamtjahr 2025. Auch andere Experten hatten daher zum Kauf der Aktie geraten, wie die Auflistung auf finanzen.net zeigt.
- Goldman Sachs: 260,00 Euro, +53,36%
- Deutsche Bank: 220,00 Euro, +29,76%
- JP Morgan: 260,00 Euro, +53,36%
Die US-Investmentbank Goldman Sachs etwa hatte das Kursziel für SAP nach der Zahlenvorlage zwar gesenkt, aber lediglich von 320 auf 260 Euro. Die Einstufung wurde daher mit „Buy“ bestätigt. Analyst Mohammed Moawalla bleibt demnach „trotz aller Sorgen über das langfristige Wachstum wegen einer möglichen Verdrängung etablierter Softwareanbieter durch agentische KI zuversichtlich für SAP“, wie er schrieb. Das Business-Data-Cloud-Angebot in Verbindung mit einem erheblichen, bisher unerschlossenen Potenzial für angrenzende Anwendungen über ERP hinaus biete dem größten europäischen Softwareanbieter „ein erhebliches Monetarisierungspotenzial“, glaubt er.
SAP leidet unter schlechter Branchen-Stimmung
Und während Johannes Schaller, Analyst bei der Deutschen Bank, sich in seinem am Mittwoch der Vorwoche vorliegenden Kommentar nach einer Investorenveranstaltung mit dem SAP-Konzernchef durch Aktienkäufe des Managements in seiner optimistischen Einschätzung bestätigt fühlte, schrieb Toby Ogg von JP Morgan, die Walldorfer seien „das beste Haus in einer schlechten Gegend“.
- Dabei habe sich eine immer schlechtere Stimmungslage hinsichtlich der europäischen Softwarebranche herauskristallisiert
- Die Branche sei nicht mehr bloß schuldig vor dem Gegenbeweis, sondern regelrecht vorverurteilt, wurde der Analyst von Onvista zitiert
Das Problem sei, dass sich die Hauptsorgen der Anleger erst langfristig zerstreuen ließen, so Toby Ogg. Aktuelle Ergebnisüberraschungen reichten schon nicht mehr aus. Die Kernfrage laute: „Gibt das Thema Künstliche Intelligenz nachhaltig Schub, oder sorgt es vielmehr auf längere Sicht für Gegenwind?“, so der Analyst. In SAP seien die Anleger auch nach starken Mittelabflüssen aus der Branche noch relativ stark positioniert.
SAP-Aktie 40 Prozent unter Höchststand
Wenngleich auch er noch mehr als 50 Prozent Kurspotenzial bei der Aktie erkennt, bleiben die Anleger verunsichert. Aktuell notiert die SAP-Aktie nur noch knapp über der Marke von 170 Euro. Seit ihrem Höchststand vor knapp einem Jahr, ausgebildet bei 283 Euro, hat der Software-Konzern rund 40 Prozent seines Börsenwerts eingebüßt.
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