Die SAP-Aktie beendete die Woche mit einem kräftigen Satz nach oben. 3,67 Prozent Plus auf 156,40 Euro im XETRA-Handel – getrieben von optimistischen KI-Prognosen aus den USA. Doch die Freude währt womöglich nicht lange.
Der Relative-Stärke-Index kletterte auf 78,2. Werte über 70 gelten als überkauft. Das Risiko für Gewinnmitnahmen zum Wochenstart ist real. Die Frage ist, ob der Kurs den Schwung konservieren kann.
Zwischen KI-Rausch und nüchterner Charttechnik
Auslöser der Rallye war eine breite Erholung bei Technologiewerten. In den USA sorgten zuversichtliche Ausblicke auf globale KI-Investitionen für Aufwind. SAP profitiert von diesem Sog – parallel dazu treibt der Konzern die eigene KI-Strategie voran.
Mit dem „Advanced Success Plan“ will SAP Kunden helfen, KI-Projekte operativ umzusetzen – ein Dienstleistungsangebot, das die Lücke zwischen Technologie und Prozess schließen soll. Der Cloud-Auftragsbestand liegt bei rund 22 Milliarden Euro, währungsbereinigt plus 20 Prozent. Operativ läuft es also.
Dennoch: Die Aktie notiert 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 22,57 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt von 148,27 Euro liegt zwar 5,5 Prozent unter dem aktuellen Kurs – doch die 100- und 200-Tage-Linien (163,62 und 191,35 Euro) sind noch weit entfernt.
Die kommende Woche: Zwei Termine mit Sprengkraft
Am Mittwoch tritt CEO Christian Klein auf der BNP Paribas Exane CEO Conference in Paris auf. Ein Fireside Chat, bei dem es um Cloud-Migration und die Monetarisierung der KI-Pläne gehen dürfte. Marktteilnehmer erwarten Nuancen, die den Kurs bewegen könnten.
Flankiert wird der Auftritt von wichtigen Makrodaten: Am Dienstag die vorläufigen Inflationszahlen für den Euroraum, am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht. Technologieaktien reagieren empfindlich auf Zinserwartungen. Beide Daten könnten die Stimmung im Sektor nachhaltig prägen.
Die Marken, die zählen
Charttechnisch definieren Analysten eine enge Zone. Der unmittelbare Widerstand liegt zwischen 156,00 und 156,50 Euro. Gelingt der nachhaltige Ausbruch, wäre der Weg zur 160-Euro-Marke frei. Nach unten dient die psychologische Marke von 150 Euro als erste Unterstützung.
Sollte der Verkaufsdruck aufgrund des überkauften RSI zunehmen, rückt die Zone zwischen 135,40 und 137,50 Euro in den Fokus – ein Bereich, der sich im Mai mehrfach als stabiler Boden erwiesen hat. Die nächsten Handelstage werden zeigen, ob die Rallye Substanz hat oder nur ein Strohfeuer war.
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