Piper Sandler hat SAP am Dienstag von Overweight auf Neutral herabgestuft und das Kursziel gleich um 50 Euro nach unten korrigiert, von 220 auf 170 Euro. Das ist kein kleines Zucken. Das ist ein klares Signal, dass die Analysten bei Piper ihr Vertrauen in die kurzfristige Lieferfähigkeit von SAP verloren haben.
Woran liegt das? An einem Befund, der eigentlich logisch klingt, wenn man ihn hört: Kunden schieben ihre ERP-Migrationen in die Cloud auf, weil sie gerade alle Hände voll damit zu tun haben, KI-Projekte voranzutreiben. Die 2027-Deadline für den Wechsel weg von On-Premise-Systemen rückt näher, aber offenbar nicht näher genug, um den nötigen Druck zu erzeugen. Wer noch auf alten SAP-Systemen sitzt, sitzt dort eben bequem.
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„Niedrig hängende Früchte“ sind gepflückt
Die Piper-Analysten formulieren es in ihrer Notiz an Kunden so: Die bisherigen Migrationen waren größtenteils die einfachen Fälle. Der Rest des On-Premise-Kundenstamms zeigt mehr Zurückhaltung als erwartet. Kombiniert mit der „überproportionalen Exponierung“ von SAP gegenüber einer schwachen europäischen Konjunktur und den Ausführungsrisiken beim Übergang zu einem Consumption-Modell, sinkt die Überzeugung, dass SAP im Geschäftsjahr 2026 positiv überraschen kann.
Dabei klingen die neuesten Einschätzungen der Analysten gar nicht katastrophal. Die Nachfrage sei grundsätzlich stabil, heisst es. Aber „stabil“ reicht nicht, wenn das Kursziel auf einem Aufwärtsszenario beruht, das schnellere Cloud-Konversionen voraussetzt.
Asana und monday.com gleich mit im Paket
SAP war nicht allein in dieser Abstufungswelle. Piper Sandler hat gleichzeitig Asana und monday.com von Overweight auf Neutral gesenkt, Kursziele ebenfalls gekürzt. Asana von 9 auf 7 Dollar, monday.com von 100 auf 85 Dollar. Der Kollaborationssoftware-Sektor sitze auf der „Strafbank“, so die Analysten, mit wachsender Skepsis rund um Expansion, verlangsamtem Wachstum und dem Druck durch KI-getriebene Effizienzgewinne.
Asana trifft es dabei härter: hohe Abhängigkeit vom Tech-Sektor, noch nicht GAAP-profitabel, Net Revenue Retention unter 100 Prozent. monday.com wachse zwar noch mit gut 18 Prozent in 2026, sehe aber Margendruck. Beides nicht gerade das, was Anleger in einem Umfeld mit gestiegener Software-Bewertungsskepsis hören wollen.
Drei Abstufungen, ein Tenor: Die Luft für Wachstumsprämien wird dünner. Und SAP muss jetzt beweisen, dass die Cloud-Geschichte nicht nur gut klingt, sondern auch finanziell weiter auszahlt.
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