Auf seiner Kundenkonferenz Sapphire in Madrid hat SAP kürzlich Ericsson als Vorzeigekunden für den unternehmensweiten Einsatz von KI auf Basis der SAP Business Data Cloud präsentiert.
Der schwedische Netzwerkausrüster, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert, hat damit den Schritt von einzelnen KI-Pilotprojekten hin zur konzernweiten Skalierung vollzogen.
SAP-Aktie: Datenproblem als eigentliche Hürde für KI im Unternehmen
Ericsson-Managerin Esra Kocatürk Norell brachte die Kernherausforderung auf den Punkt: Sobald KI in einem Unternehmen wirklich skaliert werde, höre es auf, ein KI-Problem zu sein – und werde zu einem Datenproblem.
Ihr Team investierte deshalb früh in eine einheitliche Datenfundamentierung, bei der Begriffe wie Umsatz, Marktstrukturen und Zugriffsrechte konzernweit einmalig definiert und konsistent angewendet werden. Das Ergebnis: Mehr als 85.000 Mitarbeiter nutzen heute das KI-System Joule auf dieser einheitlichen Datenbasis.
SAP-Aktie: Dezentrale Architektur hält Daten dort, wo sie entstehen
Technisch setzt Ericsson auf eine sogenannte föderierte Datenarchitektur, bei der Daten nicht zentral zusammengeführt, sondern an ihrem Entstehungsort belassen werden – während Governance und Definitionen zentral gesteuert werden. Das reduziert Redundanzen und vereinfacht die Integration sowohl in SAP-eigene als auch in fremde Systeme.
Ergänzt wird der Ansatz durch eine parallele Modernisierungsstrategie: Ericsson migriert schrittweise auf SAP S/4HANA im Rahmen des RISE-with-SAP-Programms und entwickelt gleichzeitig neue KI-gestützte Anwendungen auf der SAP Business Technology Platform.
Darüber hinaus arbeiten SAP und Ericsson gemeinsam an neuen KI-Funktionen: Eine bereits entwickelte Lösung generiert im Personalbereich automatisch auf den jeweiligen Geschäftskontext zugeschnittene Zielvereinbarungen für Mitarbeiter und soll nun konzernweit ausgerollt werden.
Das Beispiel Ericsson zeigt, wie SAP seine Plattformstrategie in der Praxis verankert: Je tiefer Großkunden ihre Daten und Prozesse in das SAP-Ökosystem einbinden, desto höher werden die Wechselkosten – und desto stabiler werden die langfristigen Umsätze für den Walldorfer Konzern.
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