Britische Unternehmen erwarten steigende Renditen aus ihren KI-Investitionen. Das berichtet eine gestern veröffentlichte Studie, die SAP beauftragt und gemeinsam mit Oxford Economics erstellt hat. Die durchschnittlichen KI-Ausgaben britischer Unternehmen liegen demnach 2026 bei £20,6 Millionen. Für SAP liefert die Untersuchung einen Nachfragekontext für die eigenen angekündigten KI-Funktionen – aber keinen Beleg für zusätzliche Umsätze.
Hohe Ausgaben, steigende Erwartungen
Die erwarteten durchschnittlichen Renditen auf KI-Investitionen sollen von 22 % auf 39 % innerhalb von zwei Jahren steigen. Entscheidend ist dabei der Erwartungscharakter: Die höheren Renditen sind keine bereits erzielten Ergebnisse.
Für Anleger sind damit zwei Ebenen zu trennen. Die Studie beschreibt Ausgaben und Erwartungen britischer Unternehmen. Die Geschäftsentwicklung von SAP lässt sich daraus nicht unmittelbar ablesen. Zugleich stammt die Untersuchung aus einem von SAP beauftragten Projekt. Sie ist deshalb als unternehmensnahe Einschätzung des KI-Einsatzes einzuordnen, nicht als unabhängiger Nachweis für den Erfolg einzelner SAP-Produkte.
Der konkrete Anlegerbezug liegt vielmehr im Abgleich zwischen diesen Erwartungen und den Anwendungen, die SAP angekündigt hat. Dabei geht es unter anderem um Finanzprozesse, Beschaffung und Personalmanagement.
Neue Funktionen sollen KI im Alltag verankern
Am Montag meldete SAP neue Finanzfunktionen. Dazu gehören eingebettete Zahlungsdienste, zusätzliche Konsolidierungsfunktionen und KI-Assistenten. Die allgemeine Verfügbarkeit der Assistenten für Governance und internationalen Handel ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Parallel stellte SAP Neuerungen für SAP Ariba, SAP Fieldglass und SAP Concur vor. Neben KI-Assistenten zählt dazu eine Partnerschaft mit Moody’s. Sie soll Lieferantenrisikodaten in SAP Ariba integrieren; die allgemeine Verfügbarkeit dieser Integration ist ebenfalls für das vierte Quartal 2026 geplant.
Diese Ankündigungen machen den Bezug zur Studie konkret: SAP adressiert mit seinen Neuerungen betriebliche Aufgaben. Ob daraus die von Unternehmen erwarteten Renditen entstehen, beantwortet die Untersuchung allerdings nicht. Produktankündigungen und erwarteter wirtschaftlicher Nutzen bleiben unterschiedliche Größen.
Cloud-Projekt liefert praktischen Bezug
Ein konkretes Umsetzungsbeispiel meldete SAP am 8. Oktober. Die London Fire Brigade nahm gemeinsam mit SAP und dem Implementierungspartner excelerated eine neue Finanz- und Beschaffungsplattform in der Public Cloud in Betrieb. SAP nennt dafür einen fünfjährigen Managed Service.
Das Projekt belegt eine konkrete Einführung, während die Studie Erwartungen an den KI-Einsatz beschreibt. Für Anleger ist diese Unterscheidung wesentlich: Die Nachrichten verbinden ein praktisches Kundenprojekt mit geplanten Produkterweiterungen. Die erwarteten KI-Renditen dürfen dabei nicht mit bereits realisierten Geschäftserfolgen von SAP gleichgesetzt werden.
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