Die Analystenempfehlungen sind eindeutig, der Kursverlauf auch. Doch bei SAP gehen Erwartung und Realität derzeit völlig auseinander. Nachdem der US-Software-Gigant Oracle in der Vorwoche sein Zahlenwerk für das vierte Quartal vorgelegt hatte (und trotz eines starken Ergebnisses und guter Aussichten einknickte), ist auch bei der SAP-Aktie Land unter. Am Donnerstag fielen die Papiere gar auf den tiefsten Stand seit 2024. Das kuriose dabei: Der Auslöser des Kursrutsches hat sich längst wieder gefangen.
Orcale legt wieder zu, SAP verliert weiter
Denn während SAP im Laufe des Donnerstags bei 134 Euro landete (und damit rund 45 Prozent im Jahresminus), legten die Papiere von Oracle sogar leicht zu und beendete bei 184 Dollar den Handel in New York. Der Abschlag aus den vergangenen 12 Monaten beläuft sich damit auf lediglich rund zehn Prozent. Dass SAP im Vergleich viel schlechter dasteht, stellt die Analysten vor ein Rätsel. Das zeigt der Blick auf die laut finanzen.net zuletzt ausgegebenen Kursziele:
- JP Morgan: 175,00 EUR, +29,76%
- Deutsche Bank: 200,00 EUR, +48,30%
- UBS: 205,00 EUR, +52,01%
- Jefferies: 230,00 EUR, +70,55%
Das heißt: Selbst der kritischste Beobachter, Toby Ogg von der US-Bank JPMorgan, empfindet die SAP-Aktie als viel zu sehr abgestraft. Von Charles Brennan vom Analysehaus Jefferies ganz zu Schweigen.
SAP Aktie Chart
SAP-Kursziel bei 230 Euro belassen
Breannan hatte SAP nach der hauseigenen Sapphire-Konferenz Mitte Mai auf „Buy“ mit einem Kursziel von 230 Euro belassen, sieht die Papiere also mittelfristig 70 Prozent höher. In diesem Jahr sei die Konferenz des Softwarekonzerns zwar „eher eine Evolution als eine Revolution gewesen“, schrieb er. Doch das sei nicht negativ. Die Fähigkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) würden immer ausgereifter und besser – diese stehe nun im Mittelpunkt der Strategie der Walldorfer. Geholfen hat das SAP an der Börse bislang reichlich wenig.
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