SAP hat am heutigen Dienstag im Rahmen des monatlichen Security Patch Day insgesamt 19 neue Security Notes sowie ein Update veröffentlicht. Darunter befinden sich drei Schwachstellen mit einem CVSS-Score von bis zu 10,0 – der höchstmöglichen Risikoeinstufung überhaupt.
Betroffen sind die Extended Passport Processing-Komponente, die NetWeaver-Plattform sowie das Cloud Application Programming Modell, wie aus den veröffentlichten Sicherheitshinweisen hervorgeht.
Für ein Unternehmen, dessen Software in Kernprozessen tausender Konzerne läuft, sind derart hoch eingestufte Lücken kein Randthema. Kunden müssen die bereitgestellten Patches zeitnah einspielen, um Angriffsflächen in produktiven Systemen zu schließen.
Die Häufung kritischer Schwachstellen in zentralen Infrastrukturkomponenten wie NetWeaver rückt erneut die Frage in den Fokus, wie robust SAP-Systeme gegen gezielte Angriffe abgesichert sind – ein Thema, das angesichts der fortschreitenden Cloud-Transformation des Konzerns an Gewicht gewinnt.
Aktie bewegt sich seitwärts, Analysten uneins
Die Aktie notiert aktuell bei 182,04 Euro und damit nahezu unverändert zum Vortag, an dem das Papier bei 182,26 Euro schloss. Auf Wochensicht steht ein leichtes Minus von 0,5 Prozent, während sich der Titel auf Monatssicht mit einem Plus von 1,2 Prozent stabilisiert.
Zum bisherigen Jahrestief vom 23. Juli hat sich der Kurs um 43 Prozent erholt, zum 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro aus dem Oktober fehlen dagegen weiterhin 25 Prozent.
Die Bank Santander hatte SAP am vergangenen Sonntag von „Outperform“ auf „Market Perform“ herabgestuft – seither gab die Aktie um 1,6 Prozent nach. Bereits Ende August hatte auch die UBS ihr Rating von „Kaufen“ auf „Neutral“ gesenkt, gleichzeitig aber das Kursziel von 164 auf 201 Euro angehoben.
Die uneinheitlichen Signale spiegeln eine Debatte wider, wie stark das Cloud-Wachstum von SAP künftig noch beschleunigen kann, nachdem der Konzern im zweiten Quartal einen währungsbereinigten Anstieg der Clouderlöse von 24 Prozent und einen Zuwachs des Current Cloud Backlogs auf 22,9 Milliarden Euro gemeldet hatte.
Führungskräfte kaufen weiter zu
Auffällig bleibt das Kaufverhalten des Managements. Neben CEO Christian Klein, der Ende Juli Aktien im Wert von rund 325.000 Euro erwarb, griffen auch Chief People Officer Gina Vargiu-Breuer im August und Chief Customer Officer Thomas Saueressig Ende August zu – Letzterer kaufte 267.450 Euro über die Börse Düsseldorf zu einem Kurs von 178,30 Euro je Aktie. Solche Insider-Käufe signalisieren Vertrauen des Managements in die eigene Aktie, auch wenn sie kein Ersatz für fundamentale Bewertungsmaßstäbe sind.
Parallel läuft das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm weiter: Bis Ende Juni hatte SAP bereits über 16,2 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 161,16 Euro zurückgekauft, Anfang August kamen weitere rund 2,9 Millionen Stück zu durchschnittlich 169,72 Euro hinzu. Das Gesamtvolumen des bis Ende 2027 laufenden Programms beläuft sich auf 10 Milliarden Euro.
Die im Juli abgeschlossene Übernahme des Foundation-Model-Spezialisten Prior Labs, in den SAP über die kommenden vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro investieren will, hat der Aktie seither einen Zuwachs von 31,4 Prozent beschert. Für Anleger bleibt der heutige Sicherheitshinweis operative Routine – mit potenziell hoher Relevanz für Kunden, aber ohne unmittelbaren Einfluss auf die strategische Wachstumsstory des Konzerns.
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