SAP-Aktie: „Eine fantastische Zeit!“

Die Aktie von SAP hat sich in dieser Woche deutlich im Wert gesteigert. Kann die rasante Entwicklung bei KI dem Softwarekonzern vielleicht doch eher nutzen als schaden?

Auf einen Blick:
  • Die SAP-Aktie hat sich aus ihrem Kurstief in dieser Woche herausgekämpft
  • Ursächlich war aktuell wohl eine Aussage des Nvidia-CEO Jensen Huang
  • Er sieht die Softwarebranche nicht als Verlierer der KI-Revolution
  • Analysten hatten SAP bereits nach der Sapphire-Konferenz empfohlen

Liebe Leserin, lieber Leser,

eine Aussage des Nvidia-Chefs bezüglich der Software-Branche hatte die Aktie von SAP zum Wochenstart in ungeahnte Höhen katapultiert. Doch die Euphorie an den Märkten schien sich schnell wieder gelegt zu haben, die Papiere des Walldorfer Softwarekonzerns fielen alsbald wieder deutlich ab. Doch seit Donnerstag nimmt die SAP-Aktie erneut Anlauf, sich aus dem Kurskeller von weniger als 150 Euro nachhaltig zu befreien. Nach einem Aufschlag von mehr als fünf Prozent am Vortag startete sie auch am Freitag im Plus bei aktuell 164,60 Euro. Es ist wohl nicht allein der Nvidia-„Ritterschlag“ (Focus), der die Anteilscheine derzeit antreibt.

Nvidia-CEO sieht Chancen für SAP durch KI

Dass die jüngsten Aussagen von Nvidia-Chef Jensen Huang für neuen Optimismus an den Märkten sorgte, ist indes unbestritten. Huang prognostizierte am Montag einen weiter steigenden Bedarf an Software im Zuge des KI-Booms und nannte SAP explizit als möglichen Profiteur. „Diese Einschätzung stärkte das Vertrauen der Investoren in die Zukunftsfähigkeit des Walldorfer Softwarekonzerns“, heißt es beim Nachrichtenmagazin aus München.

  • Die Branche sei „nicht der Verlierer der KI-Revolution, glaubt der Nvidia-CEO, das sei „eigentlich eine fantastische Zeit“, um ein Softwareunternehmen zu sein
  • Die Software müsse dem Agenten allerdings „so zur Verfügung gestellt werden, dass er sie auch nutzen kann“, wurde Huang in Berichten zitiert

SAP Business AI Platform als Grundlage

Dass dies gut ankam, war klar: Die Aktie hatte trotz anhaltend guter Geschäftszahlen zuletzt massiv an Wert verloren. Investoren befürchteten, dass KI traditionelle Software zunehmend überflüssig machen könnte. Doch genau dagegen hatten sich die Walldorfer gewappnet: Auf der Kundenkonferenz Sapphire im Mai in Orlando hatte SAP das autonome Unternehmen vorgestellt, das die zentralen Geschäftsabläufe weltweit optimieren soll. Ziel sei es, „dass Menschen und KI gemeinsam die wachsenden Anforderungen globaler Geschäftsaktivitäten profitabel, strategisch und sicher bewältigen können“.

Die SAP Business AI Platform bildet nach Unternehmensangaben eine neue Grundlage für die Entwicklung und den Einsatz von Unternehmens-KI auf Basis realer Geschäftskontexte. „Sie vereint nun die SAP Business Technology Platform, SAP Business Data Cloud und Unternehmens-KI von SAP in einer einheitlichen, kontrollierten Umgebung“, hieß es. Den Kern bildet demnach die SAP-Knowledge-Graph-Lösung, die KI-Agenten eine strukturierte Abbildung von Geschäftsentitäten, Prozessen und Beziehungen in der SAP-Landschaft eines Kunden bereitstellt.

Analysten mit Kurszielen bis 230 Euro

Analyst Johannes Schaller von der Deutschen Bank hatte das überzeugt. SAP habe umfassende Informationen zur KI-Strategie und einen Innovationsfahrplan präsentiert, „mit klarem Wert für Kunden und niedrigen Anpassungsbarrieren“. Dies schrieb Schaller in seinem Kommentar zur SAP-Hausmesse und einer Analystenkonferenz. In der Folge beließ er die Einstufung für die SAP-Aktie mit einem Kursziel von 200 Euro auf „Buy“, sieht die Aktie also um gut ein weiteres Viertel weiter oben.

Doch er war nicht der einzige, der von einem mittelfristig steigenden Kurs bei den Papieren ausgeht. Auch andere empfahlen zuletzt den Kauf, die Prognosen gehen laut finanzen.net noch über die von Schaller hinaus.

  • UBS: 205,00 Euro, +24,35%
  • Jefferies: 230,00 Euro, +39,51%
  • Berenberg-Bank: 215,00 Euro, +30,41%

Jeffries-Analyst lobte SAPs KI-Strategie

Besonders optimistisch zeigte sich Charles Brennan vom Analysehaus Jefferies. In diesem Jahr sei die Sapphire- Konferenz von SAP zwar eher „eine Evolution als eine Revolution“ gewesen, doch das sei nicht negativ, schrieb er in seiner Einschätzung. Die Fähigkeiten von Künstlicher Intelligenz würden immer ausgereifter und besser – und diese stehe nun im Mittelpunkt der Strategie des Konzerns. Mit etwas Verzögerung, so scheint es, kommt diese Erkenntnis auch an den Märkten an.

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