Die Börsen blicken weiter skeptisch auf klassische Software-Anbieter. KI-Agenten setzten jene unter Druck und um mit der Entwicklung mithalten zu können, werden etliche Milliarden in Rechenzentren investiert. Oracle schockte die Märkte vor wenigen Tagen regelrecht mit der Ankündigung, bis zu 95 Milliarden US-Dollar in die Hand zu nehmen.
Das passiert dann auch noch in einem Umfeld, in dem Ökonomen nicht mit Zinssenkungen in allzu naher Zukunft rechnen. So sich Software-Anbieter munter verschulden, könnte das also recht teuer werden. Die Sorgen strahlen weit über Oracle hinaus und kommen hierzulande auch bei SAP an.
Es wird nicht besser bei SAP
Der Verkaufsdruck bei der SAP-Aktie will einfach nicht nachlassen. Heute Morgen ging es für den Titel um ein Prozent auf 141,50 Euro abwärts; seit Jahresbeginn sind Verluste von etwa 30 Prozent zu beklagen. Zwar will SAP von der KI-Revolution profitieren und integriert KI-Agenten auch in eigene Lösungen. Es gelingt aber nicht, die Märkte davon überzeugen zu können.
SAP Aktie Chart
Ob die Abschläge der jüngeren Vergangenheit noch ihre Berechtigung haben, darüber lässt sich durchaus streiten. Denn dass KI-Agenten plötzlich die Software von SAP und Konsorten obsolet machen würde, das darf dann doch eher als unwahrscheinlich angesehen werden. Ob die Ausgaben für Rechenzentren sich noch in einem vertretbaren Rahmen bewegen, darüber mag jeder selbst urteilen.
Nicht uninteressant
Nach massiven Korrekturen punktet die SAP-Aktie freilich mit einer umso höheren Dividendenrendite. Sofern also nicht noch weiter Kursstürze bevorstehen, wäre hier auch in einem Seitwärtstrend wohl einiges zu holen. Anleger müssen sich aber darüber bewusst sein, dass der Kurs leider nicht nur von fundamentalen Überlegungen beeinflusst wird, sondern zu weiten Teilen auch schlicht Stimmungssache ist.
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