SAP hat am Donnerstag neue und erweiterte Joule-Assistenten und -Agenten für das Lieferkettenmanagement angekündigt. Die allgemeine Verfügbarkeit der neuen Funktionen ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Damit erweitert SAP seine KI-Ankündigungen auf weitere Geschäftsprozesse.
Für Anleger liegt der entscheidende Unterschied zwischen der Vorstellung der Produkte und ihrer geplanten Bereitstellung: Der nächste Umsetzungsschritt steht noch bevor.
Lieferketten ergänzen die KI-Offensive
Die Ankündigung für das Supply-Chain-Management steht neben weiteren Produktvorstellungen von SAP. Ebenfalls am Donnerstag präsentierte das Unternehmen Joule Work und die SAP Business AI Platform. Der Start von Joule Work ist noch für Oktober vorgesehen.
SAP setzt damit mehrere Terminanker für die Einführung seiner KI-Angebote. Diese sind allerdings nicht gleichbedeutend mit einer bereits abgeschlossenen Einführung. Bei den neuen Lieferkettenfunktionen handelt es sich um einen geplanten Verfügbarkeitszeitraum, bei Joule Work um einen angekündigten Start.
Bereits am Mittwoch hatte SAP bei SAP Connect neue und erweiterte Joule-Assistenten für Customer Experience angekündigt. Hinzu kamen erweiterte Order-Management-Services und die allgemeine Verfügbarkeit von SAP Commerce Cloud, cloud ERP edition.
Die Meldungen unterscheiden sich damit auch im Status. Während SAP für die Commerce-Lösung die allgemeine Verfügbarkeit meldete, liegen die angekündigten Bereitstellungsschritte für Joule Work und die neuen Lieferkettenfunktionen noch voraus.
TechWolf soll Personaldaten ergänzen
Parallel zur Produkterweiterung bestätigte SAP am Mittwoch die geplante Übernahme von TechWolf. Nach dem Abschluss soll das belgische Unternehmen SAP SuccessFactors um Arbeits- und Kompetenzdaten ergänzen. Die Plattform dient KI-gestützten Arbeits- und Kompetenzanalysen.
Der Abschluss wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Er steht unter üblichen Bedingungen einschließlich behördlicher Genehmigung. Einen Kaufpreis veröffentlichte SAP nicht.
Für Anleger sind die Produktankündigungen und der Zukauf deshalb getrennt zu bewerten. Neue Funktionen sollen verfügbar werden; die Ergänzung von SuccessFactors durch TechWolf setzt dagegen zunächst den Abschluss der Übernahme voraus. Beides ist angekündigt, aber nicht als vollständig umgesetzt gemeldet.
Wartungsfristen bleiben unverändert
Neben den KI-Neuerungen bestätigte SAP am Mittwoch unveränderte Wartungsfristen für SAP Business Suite 7. Die Mainstream Maintenance läuft bis zum 31. Dezember 2027. Die optionale Extended Maintenance reicht bis zum 31. Dezember 2030.
Damit verbindet SAP neue Produktangebote mit einem unveränderten Wartungsrahmen für die bestehende Software. Die KI-Ankündigungen bedeuten keine Änderung dieser Fristen.
Der nächste Termin für die finanzielle Einordnung ist der 21. Oktober 2026: Dann veröffentlicht SAP die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Bis dahin stehen bei den jüngsten Meldungen die angekündigten Produkte und ihre Umsetzungstermine im Mittelpunkt – nicht bereits gemeldete wirtschaftliche Ergebnisse dieser Erweiterungen.
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