SAP-Aktie: Jetzt wird abgerechnet!

Seit Wochen kommt die Aktie von SAP nicht mehr voran. Wird sich das nach Donnerstag ändern? Die Quartalszahlen stehen an, die Analysten sind zuversichtlich.

Auf einen Blick:
  • Die SAP-Aktie notiert seit Wochen in einem Korridor zwischen 135 und 140 Euro
  • Die Prognosen sämtlicher Analysten liegen für den Softwarekonzern höher
  • Am Donnerstag nach Börsenschluss wird sich wohl zeigen, ob sie Recht behalten
  • Nach Börsenschluss wird SAP die Zahlen aus dem zweiten Quartal vorlegen

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit Wochen pendelt die Aktie von SAP in einem Korridor zwischen 135 und 140 Euro. Immer dann, wenn die Papiere des Softwarekonzerns den Weg nach oben anzutreten schienen, wurden sie wieder ausgebremst. 141,40 Euro standen am Freitag auf Tradegate kurzzeitig auf dem Kurszettel, aktuell werden für die SAP-Aktie deutlich weniger aufgerufen. Das wird nicht so bleiben, darin sind sich die Analysten weitgehend einig. Ob es mit dem Aufschwung nach Donnerstag losgeht? Denn dann wird abgerechnet.

SAP legt Donnerstagabend Quartalsbericht vor

Am 23. Juli wird SAP SE die Ergebnisse für das zweite Quartal und erstes Halbjahr 2026 bekanntgeben. Auswirkungen an der Börse werden die Zahlen allerdings erst am Freitag haben, ist die Veröffentlichung doch erst für 22:05 Uhr (MESZ) geplant. Der SAP-Vorstand werde die Ergebnisse in einer Telefonkonferenz für Finanzanalysten um 23:00 Uhr (MESZ) erläutern, heißt es auf der Unternehmens-Homepage. Doch ganz gleich, wie diese ausfallen werden – die institutionellen Beobachter haben sich schon einmal festgelegt.

Laut marketscreener.com liegt das durchschnittliche Kursziel für die Aktie derzeit bei gut 206 Euro, und damit mehr als 50 Prozent über dem aktuellen Kursstand. Selbst der vorsichtigste Analyst erkennt mit seiner Prognose von 154,99 Euro noch ein zweistelliges Aufwärtspotenzial. Entsprechend lauten die Empfehlungen. Von 26 Beobachtern würden

  • 22 die SAP-Aktie derzeit kaufen
  • drei plädieren auf „Halten“
  • kein einziger rät zum Verkauf

Kursziele für SAP gehen bis 215 Euro

Toby Ogg von der US-Bank JPMorgan gehört zu den wenigen, die SAP mit „Neutral“ bewerten. Der Analyst befasste sich in einer am Montag vorliegenden Studie mit Expertenmeinungen zu zentralen Themen und Trends bei Kunden und Partnern, die für SAP von Bedeutung seien, wie es hieß. Die Walldorfer dürften den Fachleuten zufolge die gesamten Softwareausgaben langfristig senken, wobei sich die Budgetverteilung hin zu Anbietern in den Bereichen Cloud, Observability und Cybersicherheit verschieben sollte, schrieb er. Dennoch erkennt er mit einem Kursziel von 175 Euro bei den Papieren von SAP noch knapp 30 Prozent Kurspotenzial.

Weitaus zuversichtlicher war die Privatbank Berenberg: Sie hatte SAP Mitte Juni auf „Buy“ mit einem Kursziel von 215 Euro belassen – ein erwartetes Kursplus von fast 60 Prozent. Trotz der robusten Gewinne im ersten Quartal seien Software- und IT-Titel weiter nicht gefragt und die Bewertungen im historischen Vergleich niedrig, schrieb Nay Soe Naing in einer Brancheneinschätzung. Das durchgängig stabile Umsatzwachstum und ermutigende Trends beim Auftragsbestand reichten nicht aus, um Käufer anzulocken. Seinen dennoch ungetrübten Optimismus bezüglich SAP erklärte er indes nicht.

Jeffries verkneift sich eine Prognose

  • Das Analysehaus Jefferies hat sich die Sache etwas einfacher gemacht
  • Sie beließ die Einstufung für SAP auf „Buy“, ohne ein Kursziel zu nennen

Jeffries-Analyst Charles Brennan gab Ende Juni einen Ausblick auf die Berichtssaison zum zweiten Quartal im europäischen Softwaresektor. Es wirke so, als ob die Stimmung im Sektor wieder die Tiefststände vom Jahresanfang erreicht habe. Dies sei „derart einseitig, dass eine Erholung der Bewertungen wahrscheinlich“ sei. Er geht aber nicht davon aus, dass die kommenden Quartalsberichte groß dazu beitragen werden, die Risiken für das Gesamtjahr zu reduzieren. „Sie dürften also kein entscheidender Wendepunkt werden“, so Brennan.

Analysten erwarten viel von SAP

Laut finanzen.net dürfte sich der Gewinn je SAP-Aktie für das zweite Quartal auf durchschnittlich 1,76 EUR je Aktie belaufen, so die Schätzung von 18 Analysten. Im Vorjahresviertel hatte SAP lediglich ein EPS von 1,46 EUR erwirtschaftet. Das vergangene Quartal soll SAP SE im Schnitt mit einem Umsatz von insgesamt 9,85 Milliarden EUR abgeschlossen haben, gut neun Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

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