Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von Software-Riese SAP tut sich weiterhin schwer. Direkt nach den Zahlen Ende Januar waren die Papiere zweistellig eingebrochen und notierten, ausgehend von 203 Euro noch am 27. Januar, kurzzeitig bei weniger als 160 Euro. In den Folgetagen aber setzte eine Erholung ein, bei knapp 179 Euro war allerdings bereit wieder Schluss, der Kurs sank erneut. Erst am Dienstag fand die SAP-Aktie dann bei 166,36 Euro einen Boden, verbesserte sich am Mittwoch im frühen Handel in Frankfurt auf gut 170 Euro. Damit allerdings hat sie aufs Jahr betrachtet noch immer rund 40 Prozent an Wert eingebüßt. Warum nur?
SAP und das Cloudgeschäft
Denn tatsächlich schien der Quartalsbericht der Walldorfer mindestens solide. Wie üblich bei SAP allerdings gebe es einige Plus- und einige Minuspunkte, urteilte Charles Brennan, Analyst bei der Investmentbank Jefferies, laut Handelsblatt in einer ersten Reaktion. „Als gute Nachrichten bewerteten Marktbeobachter etwa, dass der Konzern die Profitabilität deutlich steigerte und einen Aktienrückkauf über zehn Milliarden Euro ankündigte“, so der Bericht. „Allerdings verbuchte der Softwarehersteller im Cloud-Geschäft, das im Mittelpunkt der Strategie steht, weniger Aufträge als erhofft“.
SAP-CEO Christian Klein sah das indes ganz anders: „Das vierte Quartal war durch ein starkes Cloudgeschäft gekennzeichnet“, behauptete er im Zuge des Quartalsberichts. Durch den guten Auftragseingang sei der Total Cloud Backlog um 30 Prozent auf ein Rekordniveau von 77 Mrd. Euro angewachsen „und mit dem beträchtlichen Wachstum des Current Cloud Backlog im vierten Quartal haben wir eine solide Basis, um beschleunigtes Wachstum bei den Umsatzerlösen bis 2027 zu erreichen“.
- In der Tat ist SAP Business AI demnach zu einem wichtigen Wachstumstreiber im Konzern geworden
- Bereits in zwei Dritteln der Cloud-Vertragsabschlüsse im vierten Quartal war diese demnach enthalten
Analysten mit ambitionierten Prognosen
Während die Anleger nach dem Bericht dennoch äußerst zurückhalten blieben, schlossen sich die Analysten der Unternehmenssicht an. Davon zeugen die laut finanzen.net nach den Quartalszahlen abgegebenen Einschätzungen – die sich ganz anderen Sphären bewegen:
- Berenberg Bank: 250,00 Euro, +46,06%
- Goldman Sachs: 260,00 Euro, +51,90%
- Deutsche Bank: 220,00 Euro, +28,53%
- JP Morgan: 290 Euro, +70,58%
SAP-Kursziel bei 290 Euro belassen
Die US-Bank JPMorgan zeigte sich besonderes zuversichtlich: Der Ausblick für den Barmittelzufluss des größten europäischen Softwareherstellers für 2026 liege über dem Konsens, schrieb Toby Ogg in einer ersten Reaktion. Der Auftragsbestand in der Cloud sei jedoch enttäuschend, merkte er an. Dennoch hatte er die Einstufung für SAP nach den Zahlen zum vierten Quartal mit einem Kursziel von 290 Euro auf „Overweight“ belassen – höher als alle anderen.
Dies lag darin begründet, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr Kursziel für SAP nach der Zahlenvorlage von zuvor 320 auf 260 Euro gesenkt hatte. Die Einstufung wurde allerdings mit „Buy“ bestätigt. Analyst Mohammed Moawalla bleibe „trotz aller Sorgen über das langfristige Wachstum wegen einer möglichen Verdrängung etablierter Softwareanbieter durch agentische KI zuversichtlich für SAP“, hieß es. Das Business-Data-Cloud-Angebot in Verbindung mit einem erheblichen, bisher unerschlossenen Potenzial für angrenzende Anwendungen über ERP hinaus biete dem größten europäischen Softwareanbieter „ein erhebliches Monetarisierungspotenzial“, schrieb er.
Gut 50 Prozent Kurspotenzial für SAP?
Und er ist mit seiner positiven Meinung in guter Gesellschaft. 32 Analysten haben laut aktien-guide derzeit ein SAP-Kursziel 2027 abgegeben. Das durchschnittliche Ziel beträgt demnach 261,63 Euro, gut 54 Prozent höher als der aktuelle Aktienkurs. An den Märkten allerdings ist dieser Optimismus bislang nicht angekommen.
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