SAP will KI-Agenten einen breiteren Zugriff auf Unternehmensdaten ermöglichen. Dafür kündigte das Unternehmen am Donnerstag neue Funktionen für die Business Data Cloud an. Im Mittelpunkt stehen die native Unterstützung von Apache Iceberg und ein universeller Katalog auf Basis von Apache Polaris. Für Anleger rückt damit die Datenbasis der KI-Anwendungen in den Fokus – und die Frage, wie SAP seine Produktinitiativen in Geschäftswachstum übersetzt.
Datenzugriff ergänzt die KI-Offensive
Die Neuerungen betreffen Lakehouse- und Data-Fabric-Funktionen der Business Data Cloud. Nach Angaben von SAP sollen sie den Datenzugriff für KI-Agenten erweitern. Der Schwerpunkt liegt damit nicht auf einem weiteren einzelnen KI-Assistenten, sondern auf den Daten, auf die solche Anwendungen zugreifen können.
Das ergänzt die KI-Neuerungen, die SAP am 27. Oktober auf der SAP TechEd vorgestellt hatte. Dort kündigte das Unternehmen unter anderem Erweiterungen der SAP Business AI Platform an. Die jüngste Mitteilung setzt an einer anderen Stelle an: Sie erweitert die angekündigten Möglichkeiten der Datenplattform für den Einsatz von KI-Agenten.
Parallel arbeitet SAP an weiteren Betriebsangeboten. Am Mittwoch kündigten SAP und NTT eine geplante Zusammenarbeit für Sovereign Cloud und SAP Business AI an. Zunächst wollen beide Unternehmen SAP Sovereign Cloud On-Site mit einer von NTT verwalteten Infrastruktur und dem entsprechenden Betrieb kombinieren.
Beide Ankündigungen adressieren unterschiedliche Voraussetzungen für den KI-Einsatz: den Zugang zu Daten und den Betrieb der Anwendungen. Die Zusammenarbeit mit NTT ist dabei geplant; aus der Ankündigung folgt noch kein vollzogener gemeinsamer Betrieb.
Geschäftswirkung bleibt der entscheidende Maßstab
Die wirtschaftliche Ausgangslage lieferte SAP mit den Quartalszahlen vor rund zwei Wochen. Im dritten Quartal 2026 stiegen die Clouderlöse um 26 %. Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand erreichte 24,1 Mrd. €.
Diese Entwicklung bildet den Hintergrund der Produktankündigungen. Zugleich hatten Marktberichte nach den Zahlen Sorgen über die Monetarisierung von KI als Belastungsfaktor genannt. Neue Funktionen sind deshalb ein strategischer Fortschritt, aber noch kein Beleg für zusätzliche Erlöse.
Für 2026 stellte SAP einen Cloud-Umsatz am oberen Ende der Spanne von 25,8–26,2 Mrd. Euro zu konstanten Wechselkursen in Aussicht. Gleichzeitig dürfte sich nach dem damaligen SAP-Hinweis das Wachstum des aktuellen Cloud-Auftragsbestands im vierten Quartal leicht verlangsamen.
Damit stehen Ausbau und Wachstumserwartungen nebeneinander. Die neuen Datenfunktionen konkretisieren, wie SAP den Einsatz von KI-Agenten unterstützen will. Für die Bewertung durch Anleger bleibt entscheidend, ob sich dieser Ausbau auch in der Geschäftsentwicklung niederschlägt.
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