Während die SAP-Aktie ihre Erholung fortsetzt, richtet sich der Blick auf die Aktionärsstruktur des Konzerns. Gleich zwei Meldungen der vergangenen Tage zeigen, dass sowohl institutionelle Investoren als auch Familienaktionäre ihr Engagement ausbauen.
BlackRock meldete zum 5. August eine Erhöhung seiner Gesamtposition an SAP auf 6,75 Prozent, nach zuvor 6,74 Prozent. Die Aufstockung fällt zwar minimal aus, bestätigt aber die Rolle des US-Vermögensverwalters als einer der größten Einzelaktionäre des Softwarekonzerns.
Deutlich gewichtiger ist die Entwicklung bei Harald Tschira: Durch Stimmbindungsverträge mit Udo Tschira überschritt seine Beteiligung die 3-Prozent-Schwelle und liegt nun bei 4,22 Prozent der Stimmrechte. Solche familiären Stimmrechtsbündelungen sind bei SAP historisch bedeutsam, da die Gründerfamilien traditionell einen erheblichen Teil der Anteile halten.
Aktienrückkauf schreitet voran
Parallel zu den Stimmrechtsverschiebungen treibt SAP sein Rückkaufprogramm 2026 zügig voran. Nach einer ersten Zwischenmeldung über den Erwerb von 2.184.430 Aktien Ende Juli folgte Anfang August die nächste Tranche: Zwischen dem 3. und 7. August erwarb der Konzern 2.894.099 eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 169,72 Euro. Damit summiert sich das Gesamtvolumen des laufenden Programms auf gut 5,08 Millionen Stück.
Auch bei den Führungspersonen überwiegt der Optimismus: Für die vergangenen 30 Tage verzeichneten Meldungen über Insidertransaktionen zwei Käufe durch Führungspersonen bei keinem einzigen Verkauf.
Diese Kombination aus konzerneigenen Rückkäufen, wachsenden Großaktionärspositionen und Insiderkäufen zeichnet ein Bild breiter Zuversicht in die eigene Bewertung – gerade in einer Phase, in der die Aktie von ihrem Mehrjahrestief Ende Juli aus kräftig zugelegt hat.
Ökosystem profitiert mit
Auch im SAP-Umfeld zeigt sich Rückenwind. Der Softwarepartner SNP Schneider-Neureither & Partner meldete für das zweite Quartal ein EBIT-Wachstum von 128 Prozent auf 15,8 Millionen Euro und bestätigte seine Jahresprognose mit Verweis auf die hohe Nachfrage nach SAP-Transformationsprojekten.
Der IT-Dienstleister q.beyond erwarb zudem eine 51-prozentige Mehrheit an der GITG AG, um sein Angebot für SAP-Healthcare-Lösungen auszubauen – konkret für S/4HANA-Migrationen im Klinikbereich. Beide Meldungen unterstreichen, wie stark das Partnernetzwerk am SAP-Transformationsgeschäft mitverdient.
Kursniveau bleibt angespannt hoch
Die Aktie schloss am Dienstag bei 181,34 Euro und legte damit binnen 30 Tagen um 29,31 Prozent zu. Der Relative-Stärke-Index von 76,7 signalisiert eine überkaufte Situation, was kurzfristige Rücksetzer wahrscheinlicher macht, auch wenn die fundamentale Nachrichtenlage – Rückkäufe, Insiderkäufe, wachsende Großaktionäre – insgesamt konstruktiv bleibt.
Auf Jahressicht liegt das Papier mit 13,44 Prozent im Minus, was zeigt, wie tief der vorherige Kursrückgang war, bevor die aktuelle Erholung einsetzte.
Anleger dürften die nächste Quartalsmitteilung am 21. Oktober als Prüfstein dafür nehmen, ob sich das operative Momentum in ähnlichem Tempo fortsetzt wie die zuletzt gemeldeten Cloud-Zahlen.
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