SAP-Aktie: Das hätte richtig böse enden können!

SAP entgeht Milliardenstrafe durch bindende EU-Zusagen. Der Konzern verpflichtet sich zu mehr Wettbewerb im Wartungsmarkt.

Auf einen Blick:
  • EU-Verfahren gegen SAP eingestellt
  • Milliardenstrafe abgewendet
  • Vier konkrete Zugeständnisse an Kunden
  • Quartalszahlen am 23. Juli erwartet

Aufatmen in Walldorf: Die EU-Kommission hat kürzlich die Verpflichtungszusagen von SAP für bindend erklärt und das Verfahren offiziell ohne Sanktion abgeschlossen. Damit entgeht der Walldorfer Softwarekonzern einer möglichen Strafe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Im Fall von SAP hätte das eine Summe im zweistelligen Milliardenbereich bedeuten können.

SAP-Aktie: Was SAP im Gegenzug zugestehen muss

SAP verpflichtet sich zu vier konkreten Änderungen seiner Geschäftspraktiken: Kunden dürfen ihre SAP-Systemlandschaft künftig in Teile aufteilen und für jeden Teil unabhängig einen Wartungsanbieter wählen. Wiedereinstiegsgebühren für Kunden, die nach einer Unterbrechung zur offiziellen SAP-Wartung zurückkehren, entfallen vollständig.

Rückwirkende Wartungsgebühren sinken auf 50 Prozent und werden auf maximal sechs Monate begrenzt. Zusätzlich lockert SAP die Kündigungsbedingungen für Lizenzen – etwa bei Personalabbau oder Unternehmensverkäufen. Die Zusagen gelten weltweit, laufen zehn Jahre und werden von einem unabhängigen Treuhänder überwacht. Sollte SAP gegen die Zusagen verstoßen, drohen dem Konzern weiterhin empfindliche Geldbußen aus Brüssel.

SAP-Aktie: Strategischer Kontext – mehr Wettbewerb im Wartungsmarkt

Das EU-Verfahren hatte im September 2025 begonnen und zielte auf die marktbeherrschende Stellung von SAP beim Support für lokal installierte ERP-Systeme. EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera erklärte nun laut Reuters, die Entscheidung gebe Kunden, die die beliebte On-Premise-Unternehmenssoftware von SAP nutzten, mehr Freiheit bei der Auswahl von Wartungs- und Supportleistungen.

Drittanbieter wie Rimini Street dürften von den neuen Regeln profitieren, da der Wechsel zu ihnen durch den Wegfall der Wiedereinstiegsgebühren attraktiver wird.

SAP-Aktie: Quartalszahlen stehen diese Woche an

Am 23. Juli 2026 legt SAP seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten dabei einen Umsatz von rund 9,85 Milliarden Euro sowie einen Gewinn je Aktie von 1,76 Euro. Die Börse dürfte vor allem am Cloud-Auftragsbestand interessiert sein, der als Gradmesser gilt, ob SAPs KI-Strategie kommerziell Früchte trägt.

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